Fragen und Antworten zu Borreliose, den Symptomen und dem Testverfahren

Marco Haase, Geschäftsführer des Deutschen Chroniker Labors, beantwortet im Interview die 10 wichtigsten Fragen zur Multisystemkrankheit Borreliose.

Was ist Borreliose?

Borreliose ist eine chronisch entzündliche Krankheit, die durch Borrelien-
Bakterien verursacht wird. Sie betrifft den gesamten Organismus. Es gibt zahlreiche Arten von Borrelien, die häufig zusammen mit anderen Infektionen übertragen werden. Überträger sind infizierte Zecken, die sich mit Blut vollsaugen, lange genug am Wirt verbleiben und „erbrechen“. Dazu kommt es, wenn bei unsachgemäßer Entfernung des Tiers das Blut zurück in den Wirt gepresst wird. Etwa jeder 100. Stich führt zu einer Borreliose.
Andere Übertragungswege, z.B. durch Mücken, Pferdebremsen oder Geschlechtsverkehr, sind denkbar, aber nicht bewiesen.

Was passiert, wenn ich mich mit Borreliose infiziert habe?

Gelangen Borrelien in den menschlichen Körper entwickelt dieser Antikörper gegen die Infektion, um sie zu bekämpfen. Während bei einigen Menschen die Antikörper erfolgreiche Arbeit leisten und verhindern, dass sich die Borrelien im Körper ausbreiten, entwickeln andere vielfältige Krankheitssymptome. Diese können erst nach Wochen oder Jahren auftreten, wenn der Zeckenbiss schon längst vergessen ist.

Welche Symptome können bei einer Borreliose auftreten?

Die Symptome sind sehr vielfältig. Möglich sind Fieber, Kopfschmerzen, Bindehautentzündungen und Lymphknotenschwellungen. Aber auch Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen, Gelenks- und Nervenentzündungen, Depressionen oder gar Lähmungen. Häufig werden diese Krankheitsbilder nicht sofort mit einer Borreliose in Verbindung gebracht. Daher werden Patienten oft in die falsche Richtung behandelt.

Kann man sich vor einem Zeckenstich schützen?

Während der ersten 8 Stunden ab Zeckenstich kann mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass kein Risiko der Borrelienübertragung besteht. Mit zunehmender Saugdauer nimmt das Übertragungsrisiko zu. Dementsprechend ist es wichtig, gleich nach Aufenthalt im Freien den Körper aufmerksam zu inspizieren und Zecken gegebenenfalls sofort, ohne zu quetschen, mit einer speziellen Zeckenzange zu entfernen. Danach ist die Wunde zu desinfizieren und ggf. verbliebene Reste mit einer Kanülenspitze zu entfernen. Bei Aufenthalt in der Natur ist helle, geschlossene Kleidung ratsam. Auf ihr sind Zecken leichter zu erkennen.

Wie sollte man vorgehen, wenn man vermutet, betroffen zu sein?

Der erste Weg führt meist zum Hausarzt. Es gibt aber auch Ärzte, die sich auf Borreliose spezialisiert haben. Diese führen eine intensive Erstanamnäse durch. Verdichtet sich der Verdacht, wird eine Blutprobe an ein Labor geschickt.

Wie wird Borreliose festgestellt?

Eine Blutprobe wird im Labor getestet. Hat man Borreliose, kann mit sogenannten Borrelien-Antigenen festgestellt werden, ob Antikörper im Blut des Patienten vorhanden sind, weil sich die eingesetzten Antigene an sie heften. In einem weiteren Testschritt werden die Borrelien-Antikörper durch eine Bindungsreaktion sichtbar. Häufig sind die Ergebnisse von Standard-Tests aber ungenau.

Warum sind die Standardtests zu Diagnose einer Borrelien-Infektion so ungenau?

Das liegt an der Beschaffenheit der Tests sowie an den Borrelien selbst, von denen es viele Arten gibt. Eine einzige Zecke kann mehrere auf einmal übertragen. Zudem sind Borrelien Meister der Tarnung: Sie können im Körper ihre Oberflächenstruktur verändern und sind an unterschiedlichen Stellen zu finden. Hinzu kommt die Test-Problematik. Jeder Test hat nur ein bestimmtes Antigen zum Testen von Borrelien. Das heißt, dieses eine Antigen kann sich auch nur mit bestimmten Borrelien-Antikörpern verbinden. Es gibt aber zahlreiche Arten von Borrelien und somit viele unterschiedliche Arten von Antikörpern. Wenn man nur auf A testet, kann man B und C nicht finden. Zudem nutzt jedes Labor andere Test-Kits. Der Test kann also in einem Labor negativ ausfallen, im nächsten aber positiv. Stellen Sie sich vor, eine Frau ist schwanger, aber ihr Arzt testet grundsätzlich nur auf Jungs. So verhält es sich auch mit den Borreliose-Tests. Dort liegt eigentlich schon die größte Fehlerquelle.

Gibt es noch eine andere Möglichkeit oder ein besseres Verfahren zum Feststellen einer Borreliose?

Ja, das B16+-Testverfahren des Deutschen Chroniker Labors. Das B steht für Borreliose. Das 16+ für die Anzahl kombinierter Tests. Die B16+-Borrelien Diagnostik unterscheidet sich damit gravierend von den üblichen Tests zur Diagnose von Borreliose. Sie ermöglicht eine zuverlässigere Diagnose und höhere
Erkennungsrate. Dadurch steigt die Chance, ein richtiges Ergebnis zu erhalten, enorm. Zudem wird eine gezielte Überwachung und Nachkontrolle der Erkrankung ermöglicht.

Wie wird Borreliose behandelt?

Behandelt wird meist mit einer langen Antibiotika-Kur. Es gibt aber auch andere Behandlungswege, zum Beispiel mit naturheilkundlichen Mitteln wie Pilze und Kräuter.

Kann Borreliose geheilt werden?

Bei rechtzeitiger Therapie im Frühstadium sind die Heilungsraten hoch (über 85 Prozent). In Spätstadien können irreversible Defektzustände insbesondere im Bereich der Gelenke zu dauerhaften Beschwerden führen, die symptomatische Maßnahmen erforderlich machen. Ist jemand zwei Jahre symptomfrei und führt dann einen Test durch, dessen Laborwerte bei Null liegen, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Betroffene geheilt ist.