Die Übertragung von Borreliose durch einen Zeckenstich

Borreliose ist das Spezialgebiet des Deutschen Chroniker Labors (DCL). Im Gegensatz zu anderen Laboren, die ein breites Spektrum an Blutuntersuchungen durchführen, konzentriert sich das DCL ausschließlich auf die Untersuchung von Borreliose und anderen Infektionen, die mit Borreliose einhergehen können.

Was ist Borreliose?

Borreliose ist eine Multisystemerkrankung, die im Körper durch Borrelien-Bakterien verursacht wird. Unter Multisystemerkrankungen versteht man chronisch-entzündliche Erkrankungen, die den gesamten Organismus betreffen. Entdeckt wurden Borrelien vom französischen Bakteriologen Amédéé Borrel. Willi Burgdorfer, ein US-amerikanischer Arzt schweizer Abstammung, bezeichnete 1982 als Erster die Erkrankung als Borreliose bzw. Lyme-Disease. Inzwischen weiß man, dass es mindestens elf unterschiedliche Arten von Borrelien, von denen aktuell vier bis fünf als krankmachend bekannt sind.

Die Übertragung von Borreliose

Übertragen wird die Krankheit hauptsächlich von infizierten Zecken, die in Wäldern, Hecken, Büschen und hohem Gras leben. Auch gewisse Mückenarten und Pferdebremsen werden als mögliche Überträger der Krankheit in Betracht gezogen. Denkbar ist auch eine Übertragung der Borreliose durch Geschlechtsverkehr.Zecke auf Blatt_Michael Tieck_Fotolia.com

Zecken stecken sich mit Borreliose an, wenn sie den Erreger mit dem infizierten Blut eines Wirts aufnehmen. Mutterzecken übertragen die Krankheit dann auf das Junge. Die Zecken übertragen die Borrelien wiederum auf den Menschen.
Nicht jeder Zeckenstich führt jedoch zur Borreliose. Zecken übertragen Borrelien nur, wenn sie sich mit dem Blut des Wirts, zum Beispiel des Menschen, vollsaugen, dann wieder erbrechen und lange genug am Wirt verbleiben. Doch auch nicht jede infizierte Zecke überträgt die Erreger an ihren Wirt.

Gelangen Borrelien in den menschlichen Körper, produziert dieser Antikörper gegen den Erreger, um ihn zu bekämpfen. Während bei einigen Menschen die gebildeten Antikörper erfolgreiche Arbeit leisten und verhindern, dass sich die Borrelien im Körper ausbreiten, entwickeln andere eine Vielzahl von Krankheitssymptomen, die unter anderem das Nervensystem, die Gelenke, die Muskeln oder die Haut betreffen können.

Kann man sich vor Borreliose schützen?


Zecke entfernen_Carola Vahldiek_Fotolia.comIn Deutschland ist das Ansteckungsrisiko besonders in der Mitte und im Süden des Landes als sehr hoch bekannt. Doch auch in allen anderen Regionen, sollte das Risiko nicht unterschätzt werden. Denn auch in Brandenburg sind 40 Prozent der Zecken positiv. Am aktivsten sind Zecken in der Zeit von März bis Oktober, aber auch in milden Wintern können die Zecken und Bakterien überleben.

Da es keinen medizinischen Schutz vor Zecken und Borreliose gibt, kann das Risiko lediglich durch Aufmerksamkeit gesenkt werden. Bei Aufenthalt in der Natur ist helle, geschlossene Kleidung empfehlenswert und die Anwendung von Insektenschutzspray, wie beispielsweise Autan. 

Anschließend sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden und diese gegebenenfalls sofort, ohne zu quetschen, mit einer speziellen Zeckenzange oder mit einer spitzen Pinzette entfernt und die Wunde desinfiziert werden.