Gefahr für Mensch und Hund – Zecken können zahlreiche Krankheiten übertragen

Borreliose ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Etwa jede dritte Zecke trägt die Erreger in sich. Jährlich steigt die Anzahl der Betroffenen. Doch nicht nur Menschen werden infiziert. Auch Hunde können ernsthaft erkranken.

 Hunde sind wahre Zeckenmagnete. Sie toben durch den Garten, erkunden beim Spaziergang die Wegesränder, kriechen unter Büsche und schnuppern an Gräsern. Dass sie dabei Zecken abstreifen und im Fell mit sich herumtragen, ist unvermeidlich. Die Parasiten verstecken sich im Fell, stechen den Hund und übertragen beim Blutsaugen potenziell gravierende Krankheiten. Dazu gehören neben Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auch Babesiose und Ehrlichiose bzw. Anaplasmose.

Borreliose-Symptome können sich bei Hund und Mensch ähneln

Nicht alle Vierbeiner, die von einer borrelientragenden Zecke gestochen wurden, erkranken an einer akuten Borreliose. Stattdessen entwickeln sie Antikörper gegen die Bakterien und sind damit immun gegen den Erreger. Bricht die Krankheit aus, äußern sich die Symptome, ähnlich wie beim Menschen, unter anderem in Gelenkschmerzen, Lähmungen und Nervenentzündungen.

FSME löst Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten aus

Die  Frühsommer-Meningoenzephalitis führt zur Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Sie ist in einigen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz so verbreitet, dass diese als Risikogebiete ausgeschrieben wurden. Auch Vierbeiner können sich mit FSME infizieren. Die Krankheit bricht bei Tieren selten aus, doch wenn es passiert, äußert sie sich in Fieber, Abgeschlagenheit und Bewegungsstörungen. In schweren Fällen kommt es zu Schädigungen am Gehirn.

Babesiose zerstört die roten Blutkörperchen

Weniger bekannt ist die Babesiose, auch Hundemalaria genannt. Diese Krankheit wird von Auwaldzecken übertragen. Bei einer akuten Infektion mit Babesien zerstört der Krankheitserreger die roten Blutkörperchen. Es kommt zu hohem Fieber. Das Tier verliert den Appetit und ist teilnahmslos. Dann folgen Durchfall, Erbrechen, epileptische Anfälle und schlimmstenfalls Nierenversagen.

Ehrlichiose bzw. Anaplasmose führen zu Abmagern

Eine weitere durch Zecken übertragene Krankheit ist die Ehrlichiose bzw. Anaplasmose. Sie äußert sich unter anderem in Fieber, geschwollenen Lymphknoten und Magen-Darm-Störungen, die zum Abmagern des Tieres führen.

Wie werden die von Zecken übertragenen Krankheiten behandelt?

Die meisten Zeckenkrankheiten werden bei Menschen und Hunden mit Antibiotikum behandelt. Wird die Erkrankung frühzeitig festgestellt, ist eine Genesung des Hundes möglich. Bei einem schweren Verlauf von FSME gibt es jedoch kein wirksames Heilmittel für das Tier.

Welches Risiko bergen Zecken für Hundehalter?

Auch für Hundehalter stellen Zecken eine Gefahr da. Nicht nur beim Spaziergang oder Spielen im Garten können sie leichte Beute für Zecken sein. Hunde bringen die unerwünschten Parasiten oft unbemerkt mit ins Haus, wo sie beim Kuscheln abstreifen oder vom Fell des Hundes auf Teppiche und Sitzmöbel fallen. Von dort krabbeln sie auf einen neuen Wirt. Gründliches Saugen und regelmäßiges Absuchen des eigenen Körpers nach Zecken sind für Hundefreunde deshalb unerlässlich.

Neben Borreliose und FSME, den bekanntesten durch den Parasit übertragene Krankheiten, können verschiedene Co-Infektionen mit Borreliose einhergehen. Dazu gehören unter anderem Erreger wie Babesien, Rickettsien oder Chlamydien. Zusätzlich können sich Erkrankte, aufgrund des geschwächten Immunsystems, leichter mit dem Epstein-Barr-Virus, Hepatitis oder Pfeifferschem Drüsenfieber (DAS IST JA DIE EBV-INFEKTION) anstecken

Wie sollte man sich verhalten, wenn nach einem Zeckenbiss Symptome auftreten?

Wer bei sich oder seinem Vierbeiner trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke findet, sollte diese sofort mit einer Zeckenkarte oder einem –haken entfernen. Für Nymphen ist das Gerät „Nymphia“ zu empfehlen, da diese sehr klein und schwer zu greifen sind. Anschließend sollten die Schädlinge zerquetscht oder verbrannt werden. Das Herunterspülen in der Toilette oder das Entsorgen im Müll reicht nicht, um das erneute Herauskrabbeln des Parasiten zu verhindern.

Treten Symptome auf, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Bei Menschen gelten die Wanderröte und das Lymphozytom als erste sichere Anzeichen für Borreliose. Bei der Wanderröte entsteht um Einstichstelle herum eine kreisrunde Rötung, die sich im Laufe der Zeit ausbreitet, während sie in der Mitte blasser wird. Beim Lymphozytom handelt es sich um knötchenartige Schwellungen. Allerdings treten nur bei der Hälfte der Infizierten diese Hautsymptome auf. Auch andere Symptome sind mit untypischem Aussehen sind häufig. Bei Hunden ist die Wanderröte aufgrund des dichten Fells nur schwer zu erkennen.

Zur Feststellung der Krankheit wird vom Arzt eine Blutuntersuchung durchgeführt. Am zuverlässigsten ist die Blutabnahme möglichst bald nach dem Stich oder drei bis vier Wochen später. Allerdings werden Standardtests für Borreliose als unzuverlässig eingestuft. Eine Alternative bieten einige privatwirtschaftliche Labore, wie zum Beispiel das Deutsche Chroniker Labor, die sich auf die Diagnose der von Zecken übertragenen Krankheiten spezialisiert haben. Die hier durchgeführten Tests sind viel sensitiver  als Standardtest, die teilweise bis zu 40% der Infektionen nicht erkennen. Diese genauen Tests werden aber in den meisten Fällen nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wer privat versichert ist, kann hingehen auf eine Kostenübernahme hoffen.

Hunde haben häufig Zecken. Das kann zur Gefahr für das Tier und seinen Halter werden. Deshalb sollten Hunde stets nach Zecken abgesucht und diese entfernt werden. Foto: fotowebbox/fotolia.com

Hunde haben häufig Zecken. Das kann zur Gefahr für das Tier und seinen Halter werden. Deshalb sollten Hunde stets nach Zecken abgesucht und diese entfernt werden.
Foto: fotowebbox/fotolia.com

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