Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland?

Weltweit existieren über 900 Zeckenarten. Etwa 15 davon in Deutschland. Sie werden unterschieden in Schild- und Lederzecken. Schildzecken erkennt man an ihrem harten Schild, der bei den Männchen den gesamten und bei den Weibchen einen Teil des Rückens bedeckt. Lederzecken haben eine weiche, ledrige Haut ohne Schild. In Deutschland gehört nur eine Zecke, die Taubenzecke, dieser Gattung an.  Wir stellen Ihnen die bekanntesten Zeckenarten vor.

Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock)

Der Gemeine Holzbock ist die bei uns häufigste und bekannteste aller Zeckenarten.  Beheimatet in Europa und Nord-Afrika, hält er sich in Wäldern, Parks, Wiesen, Gärten und  an Wegrändern auf. Je nach Entwicklungsstadium nutzt der Holzbock Nagetiere, Vögel und Reptilien, aber auch Wildtiere, Pferde Hunde und Menschen als Wirte. Ein vollgesogenes Weibchen erreicht eine Größe von 11 mm. Die Lebenserwartung beträgt 2 bis 3 Jahre.  Die Zecke überträgt u.a. Borreliose und FSME sowie zahlreiche Co-Infektionen an Menschen. Man geht davon aus, dass bis zu 30 % aller Holzböcke in Deutschland den Borreliose-Erreger in sich tragen.

Dermacentor reticulatus (Die Auwaldzecke)

Die Dermacentor reticulatus, auch Auwaldzecke genannt, hält sich in Europa und Zentral-Afrika auf. Ursprünglich nicht in Deutschland beheimatet,  breitet sie sich heute immer mehr aus. Ähnlich wie der Gemeine Holzbock, ist sie auf Weiden und Gräsern, in Wäldern, Parks und Gärten zu finden. Als Wirt nutzt die Auwaldzecke meist Tiere, wie Pferde, Hunde, Rehe, Schafe, Rinder und Schweine, seltener Menschen. Die Zecke erreicht Größen von 1,4 mm als Nymphe und bis zu 10 mm als vollgesogenes Weibchen. Sie überlebt bis zu zwei Jahre. Zu den Krankheiten, die sie überträgt, zählen die Russische Frühling/Sommerhirnhautentzündung (RSSE), das Omsk Blutungsfieber (OHF) sowie Rickettsien und Babesien, die für Hunde tödlich verlaufen können.  Auch FSME soll sie übertragen.

Dermacentor marginatus (Die Schafzecke)

Die Schafzecke  hat ihren Namen erhalten, weil sie häufig auf Schaf- und Ziegenweiden vorkommt. Aber auch in Waldnähe, Gärten und auf Streuobstwiesen ist sie zu finden. Sie lebt in südlichen Ländern wie Marokko, Spanien und Italien, doch in Süd-Deutschland und Polen ist sie ebenfalls verbreitet. Im Larven- und Nymphen-Stadium bewohnt sie Nagerbauten und ernährt sich dort von den Tieren. Eine Nymphe hat eine Größe von rund 1,4 bis 1,8 mm. Hingegen erreicht ein vollgefressenes Weibchen bis zu 15 mm.  Die Zecke nutzt Tiere als Wirt, seltener Menschen. Sie kann verschiedene Krankheiten übertragen. Dazu zählen u.a. das Omsk Blutungsfieber, das Rocky-Mountains-Fleckfieber und die Russische Frühling/Sommerhirnhautentzündung (RSSE).

Argas reflexus (Die Taubenzecke)

Die Taubenzecke ist in zahlreichen europäischen Ländern beheimatet, kommt aber selten mit Menschen in Kontakt. Dafür ist sie häufig in Taubennestern zu finden und nutzt die Tiere als Wirt. Weil die Zecke lange ohne Blutmahlzeit auskommt, überlebt sie bis zu 20 Jahre. Weibchen erreichen eine Größe von rund 10 mm. Im Gegensatz zu anderen Zecken ist die Argas reflexus nicht dafür bekannt, Krankheiten zu übertragen. Allerdings kann ihr Speichel lebensgefährliche allergische Reaktionen auslösen.

Ixodes hexagonus (Die Igelzecke)

Die Ixodes hexagonus wird auch Igelzecke genannt, weil sie vorwiegend Igel als Wirt nutzt. Auch auf Mäusen, Schafen, Füchsen, Hunden, Katzen und Menschen macht sie sich gern breit. Zu finden ist sie in Wäldern, städtischen Parks und Gärten. Vollgesogene Weibchen erreichen eine Größe von bis zu 10 mm. Ihr Lebenszyklus dauert 1 bis 2 Jahre. Die Igelzecke gehört zur gleichen Gattung wie der Gemeine Holzbock und ist ebenfalls Überträger von Borreliose. Auch Babesiosis und Zeckenstichfieber kann die Igelzecke übertragen.

Rhipicephalus sanguineus (Die Hundezecke)

Die Hundezecke ist in mediterranen Regionen beheimatet, kam aber durch den Tourismus nach Deutschland. Larven sind vor der Nahrungsaufnahme nur ca. 0,5 mm groß. Ausgewachsene, satte Weibchen erreichen bis zu 12 mm. Die Zecke nutzt gern Hunde als Wirt und hält sich deshalb häufig in deren Zwingern oder beheizten Räumen auf. Menschen dienen seltener als Wirt. Die Hundezecke kann Ehrlichiose und Babesien übertragen sowie eine Thrombozytopenie und Hepatozoonose auslösen.

Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes  (Die Tropen-Zecke)

Die Hyalomma-Zecke kommt aus Afrika. 2015 wurde sie erstmals in Deutschland entdeckt. Im vergangenen Jahr gab es mehrfach Sichtungen der Hyalomma-Zecke, weshalb eine Ausbreitung der Zecke aufgrund des Klimawandelts befürchtet wird. Die Zecke geht aktiv auf die Suche nach Wirten und kann ihnen über eine Distanz von etwa 100 Metern folgen. Sie befällt neben Tieren auch Menschen und ist Überträgerin des gefürchteten Krim-Kongo-Fiebers und des Zecken-Fleckfiebers  sowie Träger von Rickettsia-Bakterien. Auffällig ist ihre Größe. Vollgesogene Weibchen erreichen bis zu 25 mm Umfang.

Quellen:

- Zeckenrollen.de, "Die gefährlichsten Zeckenarten der Reihe nach, https://zeckenrollen.de/zecken/zeckenarten-in-deutschland

- Tierärzteverband.de, "Zeckenarten in Deutschland", https://www.tieraerzteverband.de/smile/smile-tiergesundheit/hund/parasiten/zeckenkrankheiten/zeckenarten-in-deutschland.php

- Zecken. de, Wie viele Zeckenarten gibt es?, https://www.zecken.de/de/wie-viele-zeckenarten-gibt-es

Foto: Carola Vahldiek/fotolia.com

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