Interview mit Frau Dr. Barbara Reinke zum Thema Borreliose

Mallorca/Spanien. Wir haben Frau Dr. Barbara Reinke von der Clinica Port d'Andratx Allmedica S.L. auf Mallorca zum Thema Borreliose interviewt.

Welche Symptome findet man bei einer Borreliose?

Die Symptome einer Borreliose, auch Lyme desease genannt, sind vielfältig und können leicht als Symptome eines rheumatischen Formenkreises (Gelenkbeschwerden, Gelenkschwellungen) oder Zeichen einer psychischen Erkrankung (Depression, Burn-Out-Syndrom, chronische Müdigkeit) fehlgedeutet werden. Häufig können sich Patienten überhaupt nicht an einen Zeckenbiss erinnern. Dabei ist wenig bekannt, dass die Übertragung nicht nur durch Zecken erfolgen kann, sondern im Grunde durch jedes stechende Insekt, welches Borrelien in sich trägt. Insofern ist es manchmal sogar sinnvoll, falls man eine Zecke bemerkt, das Tier selbst ebenfalls in einem Speziallabor untersuchen zu lassen, um zu prüfen, ob es Träger ist oder nicht.

Warum haben viele Patienten einen so langen Leidensweg?

Das sogenannte Erythema migrans, eine Schießscheiben-ähnliche Hauterscheinung, tritt häufig nicht auf. Wenn es auftritt, gilt es als Beweis für eine erfolgte Infektion mit Borrelien. Es gibt Fachleute, die postulieren, dass dieses Hautzeichen erst bei einer Zweitinfektion mit Borrelien zutage tritt. Das heißt, der Patient hatte schon vorher Kontakt mit Borrelien. Das Erythem verschwindet von selbst. Dann gibt es häufig eine symptomfreie Phase und erst bei der Chronifizierung treten Symptome auf, z.B. anhaltend geschwollene Lymphknoten, Gelenkbeschwerden, brennende oder stechende Gefühlsstörungen, Konzentrationsschwäche usw. Das typische Borreliosesymptom gibt es nicht. Es ist eine lange Liste unterschiedlichster Beschwerden, die durchaus auch anders interpretiert werden können. Das erklärt auch den langen Leidensweg vieler Patienten, weil eben nicht sofort an Borreliose gedacht wird.

Warum wird eine Borreliose häufig erst sehr spät diagnostiziert?

Die von der Krankenkasse angebotenen Tests sind leider häufig falsch negativ. Das heißt, obwohl der Patient eine Borreliose hat, weist dieser Test eine Infektion nicht nach. Es gibt verschiedene Borrelien Stämme und jeder hat seinen eigenen „Fingerabdruck".
Man muss sich diesen Test so vorstellen, als würde man bei einer Schwangeren nur nachschauen, ob es ein Junge ist, und falls man keinen Jungen sieht, wird daraus geschlussfolgert, dass kein Kind da ist, also keine Schwangerschaft vorliegt.

Welche spezifischen Tests gibt es?

Es gibt spezifische Tests, deren Aussagekraft wesentlich genauer ist, deren Kosten aber leider von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen werden. Der sogenannte IFT (Immunfloreszens-Test) und der ELISA-Test sind spezifische Suchtests, die dann mittels eines sogenannte Westerblots bestätigt oder nicht bestätigt werden. Die Borrelien Diagnostik ist nochmal verbessert, wenn man außer dem Westernblot noch zusätzlich Antikörper gegen das sogenannte VlsE bestimmt, wie es das Deutsche Chroniker Labor macht. Dabei handelt es sich um eine Oberflächeneigenschaft der Borrelien, die sich erst im Säugetier ausbildet. Daher ist der Nachweis dieser Antikörper ein Hinweis darauf, dass sich lebende Borrelien im Organismus befinden und es zu einer Infektion gekommen ist.

Damit ein Westernblot Ergebnis aber auch nachvollzogen und verglichen werden kann, sollte im Befundbericht nicht nur die Bewertung positiv/negativ aufgeführt sein, sondern auch die Anzahl und die Art der positiv nachgewiesenen Banden. Nur so kann der Laborbefund eine wirkliche Grundlage für therapeutische Entscheidungen sein, d.h. Behandlung/Antibiose ja oder nein.

Welche Therapie-Möglichkeiten gibt es?

Zur Behandlung werden meist Antibiotika über einen längeren Zeitraum sowie in Mehrfachkombinationen eingesetzt. Das kann gravierende Nebenwirkungen zur Folge haben. Zudem ist nicht immer gewährleistet, dass die Therapie Erfolg hat. Es werden zahlreiche Alternativ-Therapien angewandt, wie z.B. Rife-Maschinen, Zapper, Salt-Protokoll + Vitamin C, Zimt-Öl-Protokoll, Spagyrik, Photonentherapie, Ozontherapie, Phytotherapie, Thermotherapie, naturheilkundliche Behandlung, Entgiftung, vor allem Schwermetallausleitung, Enzymtherapie, Ernährungsmedizin und Vitalstoffe, Hormontherapie).

Allen gemeinsam ist der Versuch, das Milieu des Körpers dahingehend zu verändern, dass den Borrelien die Lebensgrundlage entzogen wird. Insgesamt ist die Therapie der Borreliose eher ein langer Weg als ein kurzer Spaziergang.

Die Therapie gibt es leider nicht, genauso wenig wie einen Impfstoff.

Nach welchen Kriterien beurteilt man den Therapie-Erfolg?

Der Therapie-Erfolg kann schlicht und ergreifend nur am Befinden des Patienten gemessen werden. Nur ein negativer Laborbefund, der keine Borrelien mehr nachweist, reicht leider nicht aus.

Häufig bleiben Patienten in einigen Bereichen sero-positiv (sogenannte Sero-Narbe). Auch gibt es sero-positive Patienten, die nach dem Laborbefund eigentlich krank sein müssten, aber keinerlei Symptomatik aufweisen. Hier ist der geschulte Mediziner gefragt, zusammen mit dem Patienten zu entscheiden, ob eine nebenwirkungsträchtige antibiotische Therapie angezeigt ist oder nicht.


Über Frau Dr. Barbara Reinke

11297703Frau Dr. Barbara Reinke erhielt ihre Approbation im November 1989 und nicht ganz zehn Jahre später wurde sie auf Mallorca aktiv. Sie eröffnete ihre eigene Praxis in Andratx, Allmedica Andratx S.L. Inzwischen heißt die Praxis “Clinica Port d’Andratx” und ist am Ortseingang von Puerto Andratx zu finden.

Frau Dr. Reinke ist nicht nur Fachärztin für Allgemeinmedizin, sondern besitzt außerdem das Diplom für Tropenmedizin, den Fachkundenachweis Rettungsdienst und eine chirotherapeutische Ausbildung in AMT (low force activator method) und SOT (sacrooccipital technique). Eine vielseitige Ärztin, die sich gerne im Sinne ihrer Patienten fortbildet.



Deshalb befasst sich Frau Dr. Reinke seit einigen Jahren unter anderem intensiv mit dem Krankheitsbild der Borreliose (Lyme Disease), die auf Grund ihrer Symptom-Vielfalt eine echte Herausforderung darstellt. Dabei arbeitet sie mit Speziallabors, wie zum Beispiel dem Deutschen Chroniker Labor, zusammen, welches sich auf die Labordiagnose der Borreliose und deren Co-Infektionen spezialisiert hat.

Ganzheitliche Methoden, wie Magnetfeldtherapie, Orthomolekularmedizin, Schwermetallausleitung und Neuralkinesiologie, sind Frau Dr. Reinke ein weiteres Anliegen. Die ganzheitliche Einstellung hat sie nach vielen Jahren Erfahrung mit reiner Schulmedizin gewonnen; sie lernte deren Grenzen kennen und hat dann nach und nach andere Heilmethoden integriert.

In der Diagnostik hat die Schulmedizin sicher nach wie vor einen überaus wichtigen Stellenwert; viele Krankheitsbilder können aber mit alternativen Heilmethoden erfolgreich unterstützend behandelt werden.

Clinica Port d’Andratx hat ein eigenes Labor, in welchem schnell und effizient eine erste Analyse erstellt werden kann, die die schnelle Erarbeitung einer wirksamen Therapie möglich macht.

Nicht nur deutsch- und englischsprachige Patienten werden sich in der Clinica Port d’Andratx wohlfühlen; Frau Dr. Reinke spricht auch spanisch und französisch.

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