Eltern sollten achtsam sein: Zecken kommen besonders bei Kindern häufig vor

Ob im Kindergarten, in der Schulpause oder zuhause – Kinder verbringen viel Zeit in der Natur. Sie tollen auf Wiesen herum, klettern durch Büsche, fahren mit dem Fahrrad an hohen Gräsern vorbei oder erkunden den Wald. Gerade im Frühjahr und Sommer halten sich vor allem dort Zecken auf. Da diese gefährliche Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen können, sollten Eltern vorsichtig sein und Kinder nach jedem Aufenthalt im Freien auf Zecken kontrollieren.

Zecken tummeln sich nicht auf Bäumen, sondern vor allem am Wegesrand im Gras, auf Wiesen und Sträuchern oder in Hecken. Wenn Kinder an ihnen vorbeistreifen, heften sich die Zecken wie eine Klette an den Körper und suchen nach einer passenden Stelle zum Blutsaugen. Auch Haustiere tragen die Parasiten häufig mit ins Haus. Beim Kuscheln mit Hund oder Katze kann es vorkommen, dass die Zecke abgestreift wird und sich auf dem neuen Wirt niederlässt.

Ein Grund zur Panik ist dies nicht. Ein Verbot von Spielen in der Natur oder Kuscheln mit dem Haustier ist keine Lösung. Wichtig ist, dass Eltern besonders aufmerksam sind.

Wie können Eltern ihre Kinder vor Zecken schützen?

Einen totalen Schutz vor Insektenstichen und besonders Zeckenstichen gibt es nicht. In Risikogebieten wird eine Impfung gegen FSME empfohlen. Eine Schutzimpfung für Borreliose gibt es nicht. Bei längeren Aufenthalten im Wald sind lange, möglichst helle Hosen und geschlossene Schuhe empfohlen. Wenn Sie mit Kleinkindern auf der Wiese liegen, sollten Sie eine helle Decke verwenden, da man auf diesen Zecken schneller sieht.

Untersuchen Sie Ihr Kind nach Zecken

Wichtig ist, dass Sie abends den Körper Ihres Kindes gründlich nach Zecken absuchen. Zecken lassen sich bei Kindern bevorzugt an Kopf und Hals nieder. Sie lieben auch warme Körperstellen, weshalb Sie unbedingt den Haaransatz, den Nackenbereich, die Ohren, Beine und Achselbeugen, sowie die Po-Falte und den Genitalbereich kontrollieren sollten. Zecken können teilweise sehr klein (stecknadelkopfgroß) und leicht übersehbar sein. Achten Sie deshalb auf kleine, dunkle Punkte am Körper Ihres Kindes. Oft ist der Tastsinn effektiver als die visuelle Kontrolle.

Erklären Sie älteren Kindern, dass es Zecken gibt und wie diese aussehen, damit die Kinder dafür sensibilisiert werden, auf Zecken am eigenen Körper zu achten. Weisen Sie unbedingt darauf hin, dass die Kinder die Zecken nicht anfassen sollten, sondern Sie informieren, wenn sie etwas Ungewöhnliches an ihrem Körper entdecken. Denn um eine Übertragung von gefährlichen Bakterien zu vermeiden, sollten Zecken fachmännisch entfernt werden.

So entfernen Sie Zecken am Körper Ihres Kindes richtig

Um Zecken schnellstmöglich entfernen zu können, sollten Sie immer ein Spezialgerät dabei haben. Dafür gibt es verschiedene Hilfsmittel. Neu am Markt ist das sogenannte „Nymphia“. Dieses kleine Werkzeug erinnert an den Nadeleinfädler aus dem Nähkasten und eignet sich besonders für die Entfernung von winzig kleinen Zecken, den Nymphen. Andere Möglichkeiten zur Zeckenentfernung sind die Zeckenzange oder Zeckenkarte.

Beim gemeinsamen Aufenthalt in der Natur, zum Beispiel beim Ausflug ins Schwimmbad, beim Picknick oder Zelten, ist es daher ratsam, eines dieser Utensilien mit sich zu führen. Diese sind kleiner als eine Bankkarte und finden in jeder Hand- und Hosentasche Platz. So können Sie gleich handeln und müssen, im Falle eines Zeckenstichs, nicht erst warten, bis Sie wieder daheim sind, um das Tier zu entfernen.

Nutzen Sie die Zeckenentferner wie in der beiligenden Beschreibung empfohlen und entfernen Sie die Zecke langsam und vollständig. Ein Zerquetschen oder Drücken des Tieres kann zur Übertragung von Bakterien führen. Deshalb sollte das Entfernen durch einen Erwachsenen erfolgen. Ihr Kind spürt weder vom Einstich der Zecke etwas, noch beim Entfernen.

Wenn möglich, desinfizieren Sie die Einstichstelle nach dem Entfernen der Zecke. Sollten dennoch Reste der Zecke im Körper verbleiben, sollte man versuchen, diese mit einer Kanülenspitze zu entfernen. Suchen Sie dafür am besten einen Arzt auf.

Bei Symptomen einen Arzt aufsuchen

Beobachten Sie in den kommenden Tagen die Einstichstelle. Sollte sich darum ein roter Kreis bilden, der sich ausbreitet und in der Mitte blasser wird, die sogenannte Wanderröte, ist dies der Beweis für eine Borrelieninfektion. Die Wanderröte tritt aber nur etwa in der Hälfte der erfolgten Infektionen auf. Grippeähnliche Symptome mit Fieber und Gliederschmerzen, die wenige Tage nach dem Zeckenstich auftreten, können Zeichen einer Infektion mit Bakterien wie Ehrlichien, Anaplasmen, Bartonellen, Borrelien oder FSME-Viren sein. Suchen Sie in diesen Fällen unbedingt einen Arzt auf, damit dieser eine entsprechende Behandlung einleiten kann.

(Foto: coldwater/fotolia.de)

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