Meine Name ist Ralf B., ich bin jetzt 46 Jahre alt.

Ich habe mir vor ca. 14 Jahren unbewusst eine Borreliose, möglicherweise sogar durch den Stich einer Pferdebremse, zugezogen. Eine Wanderröte trat nicht auf, eine Sommergrippe auch nicht. Seitdem habe ich unterschiedliche Beschwerden: Schübe von depressiver Verstimmung, Leistungseinbruch, Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen aber auch gelegentliche Lähmungen bzw. wie meine Ärzte es nannten, Parästhesien d.h. Taubheitsgefühle, insbesondere in den Beinen. Ich habe mehrere Ärzte wegen meiner Probleme aufgesucht, eine genaue Diagnose wurde in den ersten Jahren nicht gestellt. Standardspruch war eine “Somatisierungsstörung”.

Ich konnte und wollte mich mit der angeblichen Somatisierungsstörung nicht abfinden! 2008 habe ich auf eigene Faust eine Klinik aufgesucht, die auf Borreliose spezialisiert war. Der behandelnde Arzt hat aufgrund meiner Beschwerden den Verdacht einer Borreliose geäußert und eine umfangreiche Labordiagnostik veranlasst. Und siehe da, die Ergebnisse waren eindeutig: chronische Borreliose mit gelegentlichen akuten Schüben.

Daraufhin begann eine Antibiotika-Therapie, nämlich Rocephin in ziemlich niedriger Dosierung, für 4 Wochen. Der Aufwand, jeden Tag für die Infusion in die Klinik zu fahren, war erheblich. Leider war es weitgehend für die Katz: meine Beschwerden wurden nicht wirklich besser. Daraufhin wurde erneut eine umfängliche Laboruntersuchung veranlasst, die Ergebnisse waren ähnlich der ersten Untersuchung. Mein Arzt hat daraufhin eine Wiederholung der Therapie gemacht, wiederum Rocephin für 4 Wochen. Das Ergebnis war gleich null, meine Probleme hatten sich nicht verändert. Heute weiß ich, dass die von Experten empfohlene Therapie über mindestens 3 Monate geht und die Antibiotika höher dosiert sein sollen.

Dr. Waldherr hat versucht, der Sache auf den Grund zu gehen: als erstes hat er mich gewarnt, dass eine solange bestehende Borreliose nur noch schwierig zu behandeln sei. Die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen nach einer so langen Erkrankung sei doch recht hoch. Er hat ein weitreichendes Programm vorgeschlagen: eine umfängliche Laboruntersuchung, danach die Ausleitung von Quecksilber mit einer DMPS-Infusion (ich hatte über mehrere Jahre diverse Amalgam-Füllungen im Kiefer), weil Quecksilber, wie die Borrelien auch, die Immunabwehr unterdrückt. Danach kam die Kontrolle der Abwehr und zwar sowohl der sog. zellulären Abwehr, er nannte das die Lymphozyten-Subpopulation, als auch der Immunglobuline.

Die Ergebnisse scheinen eine Verschiebung in meiner Abwehr anzudeuten. Aktuell laufen daher Untersuchungen zur Klärung dieser Frage. Mein Doc nennt das eine Th1 / Th2 – Shift. Falls eine Verschiebung vorliegt, will er eine "immunmodulierende Therapie" einleiten, die meine Abwehr wieder auf Vordermann bringen soll. Gleichzeitig wurde erneut eine Antibiotika-Therapie gestartet, diesmal Kapseln zum Schlucken. Nun bin ich gespannt auf die Ergebnisse der Untersuchungen und hoffe auf einen Durchbruch in der Therapie: ich habe mich jetzt genug mit Medikamenten vollgestopft; Antidepressiva die nur eine oberflächliche Kaschierung meiner Probleme gemacht haben. Ich will die Borreliose auf Dauer ausheilen.

- Ralph B., 46 Jahre alt

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