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Durch andere Tiere verursachte Co-Infektionen


Während Erreger, die zu Borreliose und bestimmten Co-Infektionen führen, durch Zecken übertragen werden, sind die folgenden Erkrankungen anderen Erregern und Übertragungswegen zuzuordnen. Wir weisen auch diese Erreger nach.

Die nachfolgend aufgeführten Erkrankungen werden typischerweise nicht durch Zecken übertragen. Wir führen sie auf, weil sie differentialdiagnostisch wichtig sind, sich klinisch überschneiden können und gelegentlich parallel auftreten.


Im Überblick
  • Besonders bei ungeklärtem Fieber, geschwollenen Lymphknoten, Lungenentzündung ohne klaren Erreger oder ausgeprägter Abgeschlagenheit sollte man an Zoonosen (Co-Infektionen) denken.
  • Eine frühe Diagnostik verbessert die Prognose. Bei Spätverläufen ist die Therapie meist möglich, aber langwieriger.
  • Für die Testauswahl sind Anamnese und Zeitverlauf entscheidend (z.B. Tierkontakt? Rohmilchprodukte? Vogelhaltung? Reise?).

1. Katzenkratzkrankheit (Bartonellose)

Symptome
Häufig zuerst ein kleines Knötchen/Bläschen an Kratz‑ oder Bissstelle. Nach 1–3 Wochen schmerzhafte Lymphknotenschwellungen in der Nähe der Eintrittsstelle, oft mit Fieber, Müdigkeit, Kopf‑/Gliederschmerzen. Meist selbstlimitierend. Selten Augen‑ oder Leberbeteiligung, vor allem bei Immunschwäche.
Erreger
Bakterien der Gattung Bartonella, am häufigsten Bartonella henselae.
Überträger

Vor allem Katzen (Kratz‑/Bissverletzung). Katzenflöhe verbreiten den Erreger unter Katzen, die Übertragung auf den Menschen erfolgt über den Kratzer/Biss der Katze.

Heilungschancen
  • Früherkennung: Sehr gut; unkomplizierte Verläufe heilen oft spontan. Bei Bedarf verkürzt eine gezielte Antibiotikatherapie die Dauer.
  • Späterkennung: Ebenfalls gute Aussichten, aber Genesung kann Wochen bis Monate dauern; bei Organbeteiligung ist eine längere, gezielte Therapie nötig.

2. Maltafieber (Brucellose)

Symptome
Grippeähnliche Beschwerden mit Fieber, starkem Nachtschweiß, Müdigkeit sowie Kopf‑, Muskel‑ und Gelenkschmerzen. Typisch ist ein wellenförmiger Fieberverlauf. Unbehandelt sind Entzündungen an Knochen/Gelenken, Hoden, Leber/Milz oder – selten – der Herzklappen möglich.
Erreger
Bakterien der Gattung Brucella (u. a. B. melitensis, B. abortus, B. suis, B. canis).
Überträger

Wichtig sind Nutztiere (Schaf, Ziege, Rind, Schwein, Hund) und Rohmilchprodukte (z. B. Rohmilch‑Käse). Auch das Einatmen erregerhaltiger Stäube/Aerosole in Stallungen oder Laboren ist möglich. 

Heilungschancen
  • Früherkennung: Sehr gut bei frühzeitig begonnener Therapie.
  • Späterkennung: Weiterhin gute Chancen, aber Therapie oft länger; Rückfälle sind möglich. Bei Herzklappenbeteiligung ist eine spezialisierte Behandlung erforderlich.

3. Q‑Fieber (Kuhfieber)

Symptome
Akut: plötzliches Fieber, starke Kopf‑/Muskelschmerzen, trockener Husten; häufig atypische Lungenentzündung oder Leberentzündung. Bei Risikogruppen kann sich chronisches Q‑Fieber entwickeln (z. B. Herzklappen‑ oder Gefäßbeteiligung).
Erreger
Coxiella burnetii – ein sehr widerstandsfähiges Bakterium.
Überträger
Vor allem Schafe, Ziegen, Rinder: Ansteckung durch Einatmen kontaminierter Stäube/Aerosole (Geburtsmaterial, Stallstaub). Auch Haustiere (z. B. Hund, Katze) und Wildtiere können Reservoirs sein. Rohmilchprodukte spielen gelegentlich eine Rolle.
Heilungschancen
  • Früherkennung: Sehr gut; eine gezielte Antibiotikatherapie verkürzt die Krankheitsdauer deutlich.
  • Späterkennung: Gute Chancen, aber langwierige Behandlung über Monate erforderlich; engmaschige ärztliche Kontrolle ist wichtig.

4. Papageienkrankheit (Psittakose/Ornithose)

Symptome
Nach 5–14 Tagen grippeähnliche Beschwerden mit Fieber/Schüttelfrost, Kopf‑/Muskelschmerzen und trockenem Husten; möglich ist eine atypische Lungenentzündung. Schwere Verläufe sind selten, aber möglich.
Erreger
Chlamydia psittaci (obligat intrazelluläres Bakterium).
Überträger
Vor allem Vögel (Papageien/Sittiche, Tauben, Geflügel). Ansteckung durch Einatmen von Staub, getrocknetem Kot oder Sekreten infizierter Vögel. Mensch‑zu‑Mensch‑Übertragung ist sehr selten.
Heilungschancen
  • Früherkennung: Sehr gut; unter gezielter Antibiotikatherapie rasche Besserung üblich.
  • Späterkennung: Ebenfalls gute Aussichten, aber bei schwerer Lungenentzündung kann eine stationäre Behandlung notwendig sein.
infektiologie (1)
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