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Durch Zecken verursachte Co-Infektionen


Neben den Borrelien (Lyme-Borreliose) können Zecken mehrere andere Erreger übertragen (teils sogar gleichzeitig) und dadurch sogenannte „Co-Infektionen“ auslösen. Wir weisen viele dieser Erreger sicher nach und sorgen dadurch für einen möglichst frühen Therapiebeginn.

Denn das Hauptproblem sind oftmals nicht die Infektionen an sich, sondern deren späte Erkennung. Je eher eine Co-Infektion nachgewiesen wird, desto besser die Heilungschancen. Und desto kürzer der Leidensweg.

Wir testen zum Beispiel auf diese durch Zecken ausgelösten Co-Infektionen:


Anaplasmose

Symptome
Akut einsetzendes Fieber mit Kopf- und Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit; seltener Husten/Übelkeit. Bei verzögerter Therapie können schwere Verläufe mit Organbeteiligung auftreten (v. a. bei älteren oder immungeschwächten Personen).
Erreger
Anaplasma phagocytophilum (Bakterium), übertragen v. a. durch den Gemeinen Holzbock (Ixodes ricinus).
Heilungschancen

Früherkennung:
Durch richtige Medikation meist binnen weniger Tage deutlicher Besserung.

Späte Erkennung:
Höheres Risiko für Komplikationen und längere Erholung, Prognose unter Therapie aber in der Regel gut.


Babesiose

Symptome
Malaria-ähnlich: Fieber, Schüttelfrost, Müdigkeit, Kopf-/Muskelschmerzen; kann zu Blutarmut (hämolytische Anämie) und Gelbsucht führen. Besonders schwer bei Menschen ohne Milz oder mit geschwächtem Immunsystem.
Erreger
Babesia-Parasiten (in Europa v. a. B. divergens, B. venatorum, seltener B. microti).
Heilungschancen

Früherkennung:
Heilt bei Kombinationstherapie meist vollständig.

Späte Erkennung:
Gefahr schwerer Verläufe bis Organversagen; längere Therapie nötig, bei sehr schweren Fällen Austausch-Transfusion.


Rickettsiosen

Symptome
Akutes Fieber, starke Kopfschmerzen, oft ein schwarzes Schorfknötchen an der Einstichstelle (Eschar) und/oder Hautausschlag; lokal geschwollene Lymphknoten. Schwere Verläufe sind möglich, kommen aber selten vor.
Erreger
Verschiedene Rickettsia-Arten (Bakterien) der „Spotted-Fever-Gruppe“, übertragen durch Zecken.
Heilungschancen

Früherkennung:
Richtige Medikation senkt das Komplikationsrisiko deutlich.

Späte Erkennung:
Höheres Risiko für schwere Verläufe (z. B. Organbeteiligung), dennoch unter Therapie meist gute Prognose.


Ehrlichiose

Symptome

Langanhaltendes Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl; typisch sind Entzündungen der Blutgefäße mit Thrombosen. Häufig bei Menschen mit Vorerkrankungen oder unter Immunsuppression, kommt aber auch bei Gesunden vor.

Erreger
„Candidatus Neoehrlichia mikurensis“ (Bakterium, Familie Anaplasmataceae), in Europa durch Ixodes ricinus übertragen.
Heilungschancen

Früherkennung:
Antibiotika führen in der Regel zur Ausheilung.

Späte Erkennung:
Längerer, komplizierter Verlauf mit Gefäßproblemen möglich; unter passender Therapie dennoch gute Aussichten.

infektiologie (1)
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