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Autor: Deutsches Chroniker Labor

Zecken koennen auch Fleckfieber ausloesen Foto Klaus Eppele

Zecken können eine Reihe von Co-Infektionen übertragen – auch Rickettsien, besser bekannt als Fleckfieber

© Klaus Eppele/stock.adobe.com

Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) sind die bekanntesten der von Zecken übertragenen Krankheiten. Es sind aber nicht die einzigen. Zecken können für eine Reihe von Co-Infektionen verantwortlich sein. Unter anderem übertragen sie Rickettsien.

Was sind Rickettsien?

Rickettsien sind Bakterien, die durch Zecken, Flöhe, Läuse und Milben übertragen werden können. Benannt wurden sie nach dem amerikanischen Mikrobiologen Howard Taylor Ricketts, der Anfang des 20. Jahrhunderts das Rocky-Mountain-Fleckfieber erforschte. Er fand im Blut erkrankter Menschen Erreger, die er auch in Zecken nachweisen konnte. Als er die Erkrankung in Mexiko erforschte, infizierte er sich selbst mit Rickettsien und verstarb daran.

In der Vergangenheit spielten Rickettsien eine weitaus größere Rolle als heute. Man sagt Ihnen nach, so manchen Krieg entschieden zu haben. Aufgrund mangelnder Hygiene erkrankten häufig Soldaten am Fleckfieber. In Napoleons Armee soll während des Russlandfeldzuges 1812 jeder dritte Soldat an Fleckfieber erkrankt und verstorben sein.* Schuld waren Läuse.

Inzwischen weiß man, dass es verschiedenste Arten von Rickettsien gibt. Allein bei Untersuchungen in Süddeutschland wurden in 3.500 untersuchten Zecken fünf verschiedene Rickettsienarten gefunden. Insgesamt sollen in Deutschland mindestens sechs verschiedene Arten des Bakteriums vorhanden sein. Auch im Ausland sind Rickettsien sehr verbreitet. Rickettsiose ist nach Malaria die am häufigsten bei Touristen nachgewiesene Krankheit.** Und dies, obwohl in Deutschland selten nach ihnen gesucht wird.

Alle Rickettsienarten können auf Menschen übertragen werden. Im Gegensatz zu anderen Bakterien überleben sie nicht auf Oberflächen, sondern nur innerhalb eines Wirts (Tier oder Mensch) und können sich auch nur dort vermehren.

Welche Krankheiten können Rickettsien auslösen

Alle durch Rickettsien ausgelösten Krankheiten werden Rickettsiosen genannt. Da es so viele unterschiedliche Formen gibt, können Rickettsien für eine Reihe von Krankheiten verantwortlich sein. Einige kommen weltweit vor, andere beschränken sich auf bestimmte Regionen. So tritt beispielsweise das afrikanische Zeckenbissfieber in den Nationalparks Simbabwes und Südafrikas auf.**

Zu den bekanntesten Rickettsiosen gehören:

  • Fieber
  • allgemeines Krankheitsgefühl
  • Kopfschmerzen
  • masernähnlicher Ausschlag
  • geschwollene Lymphknoten
  • Schwäche/Abgeschlagenheit
  • Verwirrtheit
  • Bauchschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Husten/Atembeschwerden
  • Unregelmäßigkeit im Eisenvorrat des Körpers (zu hoch oder zu niedrig)

Im fortgeschrittenen Stadium können sich Leber und Milz vergrößern. Die Nierenfunktion kann beeinträchtigt sein, das Absinken des Blutdrucks kann zum Kreislaufschock führen. Blutungen der inneren Organe bis hin zum Organversagen sind möglich.

Wie wird eine Rickettsiose festgestellt?

Da die Symptome einer Rickettsiose anfangs häufig einer Grippe ähneln, bleibt eine Erkrankung meist unentdeckt. Hinweise auf eine mögliche Infektion mit Rickettsien sind ein bekannter Zeckenstich, eine Urlaubsreise oder enger Kontakt zu Tieren in einem landwirtschaftlichen Betrieb. Ab der zweiten Woche kann der Erreger im Blut festgestellt werden. Übliche Labortests, wie der ELISA, können die Bakterien allerdings nicht oder schlecht nachweisen.** Spezielle Untersuchungsverfahren sind ratsam. So sind zum Beispiel die Tests des Deutschen Chroniker Labors darauf ausgelegt, Co-Infektionen wie Rickettsien im Blut zu erkennen.

Wie behandelt man eine Infektion mit Rickettsien?

Eine Erkrankung mit Rickettsien kann, je nach Art der Infektion, mit unterschiedlichen Antibiotika behandelt werde Je schneller die Therapie beginnt, desto besser sind die Heilungschancen. Symptome können dann bereits nach wenigen Tagen nachlassen.

Rickettsiosen sind nicht mehr so tödlich, wie sie einst zu Zeiten Napoleons waren. Frühzeitig und suffizient behandelt heilt die Erkrankung heutzutage meist folgenlos aus. Vorerkrankungen und ein später Behandlungsbeginn können unter Umständen und in Abhängigkeit von der Art der Rickettsiose zu schweren Verläufen und schlimmstenfalls zum Tod führen.

Wurden durch die Zecke gleichzeitig Borrelien und/oder weitere Co-Infektionen übertragen, können die Symptome entsprechend schlimmer ausfallen. Der Heilungsprozess wird schwieriger und langwieriger.

Wie kann man sich vor einer Rickettsieninfektion schützen?

Ein Impfstoff für Rickettsien steht aktuell nicht zu Verfügung. Der beste Schutz ist daher, Zecken- und Flohstiche so gut wie möglich zu vermeiden, zum Beispiel durch Reppelants (Sprays) oder indem beim Aufenthalt in der Natur geschlossene Kleidung getragen wird. Der Körper sollte regelmäßig nach Zecken abgesucht werden. Je schneller eine Zecke am Körper entdeckt und entfernt wird, desto niedriger ist das Infektionsrisiko.

Sie haben eine Reihe von ungeklärten Symptomen? Sie fühlen sich krank, haben einen Arzt-Marathon hinter sich und trotzdem ist keine Besserung in Sicht? Sie wurden nach einem Zeckenstich behandelt und sind dennoch krank? Das Deutsche Chroniker Labor ist auf Borreliose und durch Zecken übertragene Co-Infektionen spezialisiert. Rufen Sie uns an, Telefon 039485/668780.

Quellen:

*https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/russland-feldzug-laeuse-dezimierten-napoleons-truppen-a-390756.html

**https://www.aerzteblatt.de/archiv/64657/Fleckfieber-und-andere-Rickettsiosen
https://www.universimed.com/ch/fachthemen/laeuse-floehe-und-was-sie-alles-uebertragen-koennen-2098248

DCL Borreliosi sito web Italiano

DCL jetzt auch in Italien erreichbar

 Il nostro sito Web sui test delle malattie di Lyme è ora disponibile anche in italiano. Unsere Website über unseren Borreliose-Test ist als Landingpage jetzt auch auf Italienisch erreichbar.

Wir bekommen seit langem Einsendungen aus ganz Europa – von Schweden, über Österreich und die Schweiz, bis hin zu Spanien und Italien. Übersetzungen unserer Website auf Englisch und Spanisch sind deshalb bereits seit einigen Jahren verfügbar. Im Sommer 2019 veröffentlichten wir Websites für Österreich und die Schweiz, damit uns Patienten und Ärzte aus diesen beiden Ländern schneller finden. Vor einigen Wochen ging nun auch eine italienische Website online. Unter https://www.diagnosi-di-borreliosi.it/ sind künftig die wichtigsten Informationen zum Deutschen Chroniker Labor und unserem B16+ Test auf Italienisch verfügbar.

Sie kennen jemanden, der Italienisch spricht und vom Borreliose-Test des DCL erfahren sollte? Dann sagen Sie es weiter und helfen Sie anderen dabei, endlich Gewissheit über ihre Erkrankung zu erlangen.

DCL auch in Österreich und der Schweiz erreichbar

Borreliose macht keinen Halt vor Ländergrenzen. Deshalb erreichen uns immer mehr Anfragen aus dem europäischen Ausland. Das DCL ist online nun auch mit eigenen Websites in Österreich und der Schweiz verfügbar.

Auf www.borreliose-test.at und www.borreliose-test.ch können sich Betroffene aus Österreich und der Schweiz umfassend informieren. Weitere Websites für das europäische Ausland sind in Planung.

Welche Zeckenarten gibt es Zecke Gemeiner Holzbock Foto Carola Vahldiek

Welche Zeckenarten gibt es in Deutschland?

Weltweit existieren über 900 Zeckenarten. Etwa 15 davon in Deutschland. Sie werden unterschieden in Schild- und Lederzecken. Schildzecken erkennt man an ihrem harten Schild, der bei den Männchen den gesamten und bei den Weibchen einen Teil des Rückens bedeckt. Lederzecken haben eine weiche, ledrige Haut ohne Schild. In Deutschland gehört nur eine Zecke, die Taubenzecke, dieser Gattung an.  Wir stellen Ihnen die bekanntesten Zeckenarten vor.

Ixodes ricinus (Gemeiner Holzbock)

Der Gemeine Holzbock ist die bei uns häufigste und bekannteste aller Zeckenarten.  Beheimatet in Europa und Nord-Afrika, hält er sich in Wäldern, Parks, Wiesen, Gärten und  an Wegrändern auf. Je nach Entwicklungsstadium nutzt der Holzbock Nagetiere, Vögel und Reptilien, aber auch Wildtiere, Pferde Hunde und Menschen als Wirte. Ein vollgesogenes Weibchen erreicht eine Größe von 11 mm. Die Lebenserwartung beträgt 2 bis 3 Jahre.  Die Zecke überträgt u.a. Borreliose und FSME sowie zahlreiche Co-Infektionen an Menschen. Man geht davon aus, dass bis zu 30 % aller Holzböcke in Deutschland den Borreliose-Erreger in sich tragen.

Dermacentor reticulatus (Die Auwaldzecke)

Die Dermacentor reticulatus, auch Auwaldzecke genannt, hält sich in Europa und Zentral-Afrika auf. Ursprünglich nicht in Deutschland beheimatet,  breitet sie sich heute immer mehr aus. Ähnlich wie der Gemeine Holzbock, ist sie auf Weiden und Gräsern, in Wäldern, Parks und Gärten zu finden. Als Wirt nutzt die Auwaldzecke meist Tiere, wie Pferde, Hunde, Rehe, Schafe, Rinder und Schweine, seltener Menschen. Die Zecke erreicht Größen von 1,4 mm als Nymphe und bis zu 10 mm als vollgesogenes Weibchen. Sie überlebt bis zu zwei Jahre. Zu den Krankheiten, die sie überträgt, zählen die Russische Frühling/Sommerhirnhautentzündung (RSSE), das Omsk Blutungsfieber (OHF) sowie Rickettsien und Babesien, die für Hunde tödlich verlaufen können.  Auch FSME soll sie übertragen.

Dermacentor marginatus (Die Schafzecke)

Die Schafzecke  hat ihren Namen erhalten, weil sie häufig auf Schaf- und Ziegenweiden vorkommt. Aber auch in Waldnähe, Gärten und auf Streuobstwiesen ist sie zu finden. Sie lebt in südlichen Ländern wie Marokko, Spanien und Italien, doch in Süd-Deutschland und Polen ist sie ebenfalls verbreitet. Im Larven- und Nymphen-Stadium bewohnt sie Nagerbauten und ernährt sich dort von den Tieren. Eine Nymphe hat eine Größe von rund 1,4 bis 1,8 mm. Hingegen erreicht ein vollgefressenes Weibchen bis zu 15 mm.  Die Zecke nutzt Tiere als Wirt, seltener Menschen. Sie kann verschiedene Krankheiten übertragen. Dazu zählen u.a. das Omsk Blutungsfieber, das Rocky-Mountains-Fleckfieber und die Russische Frühling/Sommerhirnhautentzündung (RSSE).

Argas reflexus (Die Taubenzecke)

Die Taubenzecke ist in zahlreichen europäischen Ländern beheimatet, kommt aber selten mit Menschen in Kontakt. Dafür ist sie häufig in Taubennestern zu finden und nutzt die Tiere als Wirt. Weil die Zecke lange ohne Blutmahlzeit auskommt, überlebt sie bis zu 20 Jahre. Weibchen erreichen eine Größe von rund 10 mm. Im Gegensatz zu anderen Zecken ist die Argas reflexus nicht dafür bekannt, Krankheiten zu übertragen. Allerdings kann ihr Speichel lebensgefährliche allergische Reaktionen auslösen.

Ixodes hexagonus (Die Igelzecke)

Die Ixodes hexagonus wird auch Igelzecke genannt, weil sie vorwiegend Igel als Wirt nutzt. Auch auf Mäusen, Schafen, Füchsen, Hunden, Katzen und Menschen macht sie sich gern breit. Zu finden ist sie in Wäldern, städtischen Parks und Gärten. Vollgesogene Weibchen erreichen eine Größe von bis zu 10 mm. Ihr Lebenszyklus dauert 1 bis 2 Jahre. Die Igelzecke gehört zur gleichen Gattung wie der Gemeine Holzbock und ist ebenfalls Überträger von Borreliose. Auch Babesiosis und Zeckenstichfieber kann die Igelzecke übertragen.

Rhipicephalus sanguineus (Die Hundezecke)

Die Hundezecke ist in mediterranen Regionen beheimatet, kam aber durch den Tourismus nach Deutschland. Larven sind vor der Nahrungsaufnahme nur ca. 0,5 mm groß. Ausgewachsene, satte Weibchen erreichen bis zu 12 mm. Die Zecke nutzt gern Hunde als Wirt und hält sich deshalb häufig in deren Zwingern oder beheizten Räumen auf. Menschen dienen seltener als Wirt. Die Hundezecke kann Ehrlichiose und Babesien übertragen sowie eine Thrombozytopenie und Hepatozoonose auslösen.

Hyalomma marginatum und Hyalomma rufipes  (Die Tropen-Zecke)

Die Hyalomma-Zecke kommt aus Afrika. 2015 wurde sie erstmals in Deutschland entdeckt. Im vergangenen Jahr gab es mehrfach Sichtungen der Hyalomma-Zecke, weshalb eine Ausbreitung der Zecke aufgrund des Klimawandelts befürchtet wird. Die Zecke geht aktiv auf die Suche nach Wirten und kann ihnen über eine Distanz von etwa 100 Metern folgen. Sie befällt neben Tieren auch Menschen und ist Überträgerin des gefürchteten Krim-Kongo-Fiebers und des Zecken-Fleckfiebers  sowie Träger von Rickettsia-Bakterien. Auffällig ist ihre Größe. Vollgesogene Weibchen erreichen bis zu 25 mm Umfang.

Quellen:

– Zeckenrollen.de, „Die gefährlichsten Zeckenarten der Reihe nach, https://zeckenrollen.de/zecken/zeckenarten-in-deutschland

– Tierärzteverband.de, „Zeckenarten in Deutschland“, https://www.tieraerzteverband.de/smile/smile-tiergesundheit/hund/parasiten/zeckenkrankheiten/zeckenarten-in-deutschland.php

– Zecken. de, Wie viele Zeckenarten gibt es?, https://www.zecken.de/de/wie-viele-zeckenarten-gibt-es

Foto: Carola Vahldiek/fotolia.com

Symptomatik

Neu: Symptomatik-Übersicht

Unter „Laboraufträge“ finden Sie jetzt auch einen Symptomatik-Bogen mit einer Übersicht zahlreicher Symptome, die in Zusammenhang mit Borreliose und deren Co-Infektionen auftreten können.

Charakteristische Symptome sind rot markiert. Der Bogen soll Ihnen helfen, Ihre Beschwerden besser einordnen zu können. Bitte besprechen Sie das Ergebnis mit dem Arzt Ihres Vertrauens oder füllen Sie den Symptomatik-Bogen gemeinsam aus. Das Zutreffen mehrerer Symptome ist ein Hinweis auf eine mögliche Infektion. Diese kann aber nur mit entsprechenden Labortests eindeutig bestätigt werden.

 

Laborauftraege Deutsch Englisch Foto pavlofox fotolia

Laborautäge jetzt auch auf Englisch – Laboratory Orders now available in English

Unsere Laboraufträge für Borreliose, Infektiologie, Rickettsia und Zika-Virus sind jetzt auch auf Englisch erhältlich. Die Aufträge finden Sie auf der englischsprachigen Version unserer Website. Klicken Sie dafür einfach die Fahne Groß Birtanniens oben rechts oder schauen Sie direkt hier.

Our laboratory order forms for Lyme disease, Infectiology, Rickettsia and Zika-Virus are now avilable in English. Please visit the English version of our website by clicking on the flag of the United Kingdom in the upper right corner or click here.

(Foto: pavlofox/fotolia.com)

Zecken Borreliose FSME Zeckenlaehmung Foto mirkograul fotolia

Nicht nur FSME, Borreliose & Co: Zecken können auch Lähmungen hervorrufen

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose sind die bekanntesten von Zecken übertragenen Krankheiten. Was viele nicht wissen ist, dass Zecken auch unterschiedliche Co-Infektionen in sich tragen können. Selten, aber auch möglich, ist eine Zeckenlähmung.

Weltweit gibt es mehr als 660 bekannte Zeckenarten. In Deutschland ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) die weitverbreitetste Zecke und damit der häufigste Überträger von Krankheiten. In Gräsern und Büschen lauernd, lassen sie sich auf der Suche nach einer Blutmahlzeit im Vorbeigehen von Tieren oder Menschen abstreifen.

Je länger eine infizierte Zecke an in ihrem Wirt festgesaugt bleibt, desto mehr steigt das Risiko für die Übertragung von Bakterien und Viren. FSME, eine Virusinfektion, die zu einer Hirnhautentzündung führt, ist die einzige von Zecken übertragene Krankheit, vor der man sich mit einer Impfung schützen kann.

Mit Borreliose können zahlreiche Co-Infektionen einhergehen

Gegen Borreliose gibt es keinen sicheren Schutz. Auch die Diagnose der Krankheit ist aufgrund der Vielzahl möglicher Symptome schwer. So können brennende Schmerzen und Gelenkentzündungen, aber auch neurologische Ausfälle, Depressionen und Bewusstseinsstörungen auftreten. Hinzu kommen mögliche Co-Infektionen wie Babesien, Rickettsien oder Chlamydien. Eine Infektion mit Babesien kann Blutarmut und Gelbsucht auslösen; Rickettsien erzeugen Herzbeutelentzündungen und Muskelbeschwerden. Eine Erkrankung mit Chlamydien kann sich unter anderen auf die Schleimhäute im Augen-, Atemwegs- und den Genitalbereich auswirken. Entsprechend lang ist oft der Leidensweg Betroffener. Vom Zeckenstich und dem Auftreten erster Symptome, bis zur Feststellung der Krankheit, können Wochen, schlimmstenfalls Jahre vergehen.

Zeckenlähmung ist selten und verschwindet meist nach Entfernen der Zecken

Am wenigsten bekannt, da nur selten auftretend, ist die Zeckenlähmung. Über 40 Zeckenarten weltweit sollen Lähmungen auslösen können. Am häufigsten kommen sie in Australien, Nord- und Südamerika vor. Betroffen sind meist Tiere, zum Beispiel in freier Wildbahn oder auf Weiden. Aber auch Menschen, meist Kinder, können erkranken. Im Sommer dieses Jahres berichteten Medien über einen Fall in den USA, bei dem ein kleines Mädchen von einem Tag auf den anderen plötzlich auftretende Lähmungen hatte. 2005 soll ein Mann in Rostock betroffen gewesen sein – der bis dahin einzige bekannte Fall in Europa.

Ausgelöst wird die Zeckenlähmung ausschließlich von weiblichen, tragenden Zecken. Beim Saugen des Blutes produzieren diese Zecken bei einem chemischen Vorgang in ihren Speicheldrüsen Neurotoxine, die sie in Blut abgeben. Je länger die Zecke unentdeckt bleibt, desto mehr Gifte gibt sie ab. Diese führen zu aufsteigenden Lähmungserscheinungen, die in den unteren Gliedmaßen beginnen und schließlich das Gesicht betreffen können.  Das Positive: die Symptome verschwinden nach dem Entfernen der Zecke innerhalb weniger Stunden bis Tage vollständig. Bleibt die Zecke unentdeckt, kann die Zeckenlähmung aber schlimmstenfalls zum Tod führen.

Auch wenn in die Zeckenlähmung eine, insbesondere in Europa, sehr selten auftretende Krankheit ist, verdeutlicht der Fall des kleinen Mädchens in den USA einmal mehr, welches Risiko von Zecken ausgehen kann. Die milden Winter der vergangenen Jahre und der überdurchschnittlich heiße Sommer 2018 führten zu einer höheren Zecken-Population und damit steigenden Fällen von FSME- und Borreliose-Infektionen.

Schutz vor FSME und Zecken ist wichtig

Wer in FSME-Risikogebieten lebt oder in solche reist, sollte sich daher impfen lassen. Da es keinen Schutz vor Borreliose oder Co-Infektionen gibt, sollte bei Spaziergängen in der Natur möglichst helle, geschlossene Kleidung und festes Schuhwerk getragen werden. Abwehrsprays bieten zusätzlichen, aber keinen garantierten Schutz vor Zecken. Wichtig ist vor allem, sich und Kinder, aber auch Haustiere nach dem Aufenthalt in der Natur nach Zecken abzusuchen, auch am Kopf, wo sie schlecht zu sehen sind. Dies gilt sowohl für Deutschland, als auch den Urlaub. Zecken und die mit ihnen einhergehenden Krankheiten können überall auftreten.  

Foto: mirkograul/fotolia.com

serologischer Befund borreliose (1)

Informationen zum serologischen Nachweis einer Borrelien-Infektion im DCL

Dr. Gerhard Czech-Schmidt informiert über den serologischen Nachweis einer Borrelien Infektion im DCL.

„Der eindeutige Nachweis einer Infektion kann nur durch den direkten Erregernachweis (z.B. PCR, Mikroskopie oder Kultur) erbracht werden.  Diese Methoden sind jedoch aufgrund der geringen Sensitivität für die Routinediagnostik von Borrelien-Infektionen nicht geeignet. Hier kommt dem indirekten Nachweis einer Infektion durch den serologischen Nachweis von Antikörpern mittels eines ELISAs, IFTs und IBs oder WBs eine besondere Bedeutung zu.

Eine Lyme-Borreliose kann durch unterschiedliche Borrelien-Genospezies ausgelöst werden. Dabei unterliegen die von den Borrelien präsentierten Antigene, gegen die Antikörper gebildet werden, einer starken Variabilität. Erfolgt der serologische Routinenachweis mit Testsystemen, die nur eine Auswahl an spezifischen Antigenen führen, und aufgrund der Annahme, dass die gegen Borrelien gebildeten Antikörper zwischen den unterschiedlichen Borrelien kreuzreagieren, sind falsch negative Ergebnisse zu erwarten. Ein falsch negativer Laborbefund kann dazu führen, dass ein begründeter klinischer Verdacht verworfen wird und die tatsächliche Ursache der klinischen Symptome nicht behandelt wird.

Ein positiver serologischer Laborwert deutet auf eine stattgefundene Infektion hin. Diese Infektion kann jedoch asymptomatisch verlaufen, so dass in solchen Fällen ein Krankheitsbild nicht vorliegt und dementsprechend eine Behandlungsbedürftigkeit nicht besteht. Somit sollte eine serologische Untersuchung nur anhand des klinischen Verdachts vom behandelnden Arzt empfohlen werden.“

Zecken beim Hund gefahr entfernen Foto fotowebbox fotolia

Gefahr für Mensch und Hund – Zecken können zahlreiche Krankheiten übertragen

Borreliose ist in Deutschland auf dem Vormarsch. Etwa jede dritte Zecke trägt die Erreger in sich. Jährlich steigt die Anzahl der Betroffenen. Doch nicht nur Menschen werden infiziert. Auch Hunde können ernsthaft erkranken.

Hunde sind wahre Zeckenmagnete. Sie toben durch den Garten, erkunden beim Spaziergang die Wegesränder, kriechen unter Büsche und schnuppern an Gräsern. Dass sie dabei Zecken abstreifen und im Fell mit sich herumtragen, ist unvermeidlich. Die Parasiten verstecken sich im Fell, stechen den Hund und übertragen beim Blutsaugen potenziell gravierende Krankheiten. Dazu gehören neben Borreliose und Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) auch Babesiose und Ehrlichiose bzw. Anaplasmose.

Borreliose-Symptome können sich bei Hund und Mensch ähneln

Nicht alle Vierbeiner, die von einer borrelientragenden Zecke gestochen wurden, erkranken an einer akuten Borreliose. Stattdessen entwickeln sie Antikörper gegen die Bakterien und sind damit immun gegen den Erreger. Bricht die Krankheit aus, äußern sich die Symptome, ähnlich wie beim Menschen, unter anderem in Gelenkschmerzen, Lähmungen und Nervenentzündungen.

FSME löst Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten aus

Die  Frühsommer-Meningoenzephalitis führt zur Entzündung von Gehirn und Hirnhäuten. Sie ist in einigen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz so verbreitet, dass diese als Risikogebiete ausgeschrieben wurden. Auch Vierbeiner können sich mit FSME infizieren. Die Krankheit bricht bei Tieren selten aus, doch wenn es passiert, äußert sie sich in Fieber, Abgeschlagenheit und Bewegungsstörungen. In schweren Fällen kommt es zu Schädigungen am Gehirn.

Babesiose zerstört die roten Blutkörperchen

Weniger bekannt ist die Babesiose, auch Hundemalaria genannt. Diese Krankheit wird von Auwaldzecken übertragen. Bei einer akuten Infektion mit Babesien zerstört der Krankheitserreger die roten Blutkörperchen. Es kommt zu hohem Fieber. Das Tier verliert den Appetit und ist teilnahmslos. Dann folgen Durchfall, Erbrechen, epileptische Anfälle und schlimmstenfalls Nierenversagen.

Ehrlichiose bzw. Anaplasmose führen zu Abmagern

Eine weitere durch Zecken übertragene Krankheit ist die Ehrlichiose bzw. Anaplasmose. Sie äußert sich unter anderem in Fieber, geschwollenen Lymphknoten und Magen-Darm-Störungen, die zum Abmagern des Tieres führen.

Wie werden die von Zecken übertragenen Krankheiten behandelt?

Die meisten Zeckenkrankheiten werden bei Menschen und Hunden mit Antibiotikum behandelt. Wird die Erkrankung frühzeitig festgestellt, ist eine Genesung des Hundes möglich. Bei einem schweren Verlauf von FSME gibt es jedoch kein wirksames Heilmittel für das Tier.

Welches Risiko bergen Zecken für Hundehalter?

Auch für Hundehalter stellen Zecken eine Gefahr da. Nicht nur beim Spaziergang oder Spielen im Garten können sie leichte Beute für Zecken sein. Hunde bringen die unerwünschten Parasiten oft unbemerkt mit ins Haus, wo sie beim Kuscheln abstreifen oder vom Fell des Hundes auf Teppiche und Sitzmöbel fallen. Von dort krabbeln sie auf einen neuen Wirt. Gründliches Saugen und regelmäßiges Absuchen des eigenen Körpers nach Zecken sind für Hundefreunde deshalb unerlässlich.

Neben Borreliose und FSME, den bekanntesten durch den Parasit übertragene Krankheiten, können verschiedene Co-Infektionen mit Borreliose einhergehen. Dazu gehören unter anderem Erreger wie Babesien, Rickettsien oder Chlamydien. Zusätzlich können sich Erkrankte, aufgrund des geschwächten Immunsystems, leichter mit dem Epstein-Barr-Virus, Hepatitis oder Pfeifferschem Drüsenfieber (DAS IST JA DIE EBV-INFEKTION) anstecken

Wie sollte man sich verhalten, wenn nach einem Zeckenbiss Symptome auftreten?

Wer bei sich oder seinem Vierbeiner trotz aller Vorsichtsmaßnahmen eine Zecke findet, sollte diese sofort mit einer Zeckenkarte oder einem –haken entfernen. Für Nymphen ist das Gerät „Nymphia“ zu empfehlen, da diese sehr klein und schwer zu greifen sind. Anschließend sollten die Schädlinge zerquetscht oder verbrannt werden. Das Herunterspülen in der Toilette oder das Entsorgen im Müll reicht nicht, um das erneute Herauskrabbeln des Parasiten zu verhindern.

Treten Symptome auf, muss sofort ein Arzt aufgesucht werden. Bei Menschen gelten die Wanderröte und das Lymphozytom als erste sichere Anzeichen für Borreliose. Bei der Wanderröte entsteht um Einstichstelle herum eine kreisrunde Rötung, die sich im Laufe der Zeit ausbreitet, während sie in der Mitte blasser wird. Beim Lymphozytom handelt es sich um knötchenartige Schwellungen. Allerdings treten nur bei der Hälfte der Infizierten diese Hautsymptome auf. Auch andere Symptome sind mit untypischem Aussehen sind häufig. Bei Hunden ist die Wanderröte aufgrund des dichten Fells nur schwer zu erkennen.

Zur Feststellung der Krankheit wird vom Arzt eine Blutuntersuchung durchgeführt. Am zuverlässigsten ist die Blutabnahme möglichst bald nach dem Stich oder drei bis vier Wochen später. Allerdings werden Standardtests für Borreliose als unzuverlässig eingestuft. Eine Alternative bieten einige privatwirtschaftliche Labore, wie zum Beispiel das Deutsche Chroniker Labor, die sich auf die Diagnose der von Zecken übertragenen Krankheiten spezialisiert haben. Die hier durchgeführten Tests sind viel sensitiver  als Standardtest, die teilweise bis zu 40% der Infektionen nicht erkennen. Diese genauen Tests werden aber in den meisten Fällen nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wer privat versichert ist, kann hingehen auf eine Kostenübernahme hoffen.

Hunde haben häufig Zecken. Das kann zur Gefahr für das Tier und seinen Halter werden. Deshalb sollten Hunde stets nach Zecken abgesucht und diese entfernt werden. Foto: fotowebbox/fotolia.com

Hunde haben häufig Zecken. Das kann zur Gefahr für das Tier und seinen Halter werden. Deshalb sollten Hunde stets nach Zecken abgesucht und diese entfernt werden.
Foto: fotowebbox/fotolia.com

Waldarbeiter Jaeger Foerster Zecken Borreliose Deutsches Chroniker Labor Foto AK DigiArt Fotolia41687235

Risikogruppe Waldarbeiter: Nicht immer wird Borreliose als Berufskrankheit anerkannt

Förster, Jäger und Mitarbeiter der Forstwirtschaft sind besonders gefährdet, an der von Zecken übertragenen  Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) oder Borreliose zu erkranken. Der Aufenthalt in der Natur ist für diese Berufsgruppe unumgänglich. Doch gerade in Wäldern und auf Wiesen lauern die Parasiten. Auch Wildtiere, wie Hirsch, Reh und Wildschwein, sind Träger von Zecken.

Waldarbeiter Jaeger Foerster Zecken Borreliose Deutsches Chroniker Labor Foto AK DigiArt Fotolia41687235Die milderen Temperaturen der vergangenen Jahre haben zur Erhöhung der Zeckenpopulation geführt. Zecken sind durch die wärmeren Winter auch länger aktiv. Bei ihrer Tätigkeit im Wald streifen Arbeiter und Jäger die Zecken unbemerkt von Sträuchern ab oder fangen sich die Tiere im Gras ein. Ist die Zecke erst einmal am Wirt, sucht sie eine geeignete Stelle, um sich, ähnlich wie eine Mücke, durch einen gezielten Stich vom Blut des Wirts zu ernähren. Je länger die Zecke am Körper verbleibt, desto größer ist das Risiko einer Infektion. Etwa jeder 100. Stich führt zu einer Borreliose.

Während es für FSME eine Impfung gibt, ist eine Erkrankung an Borreliose nur durch Aufmerksamkeit und Vorbeugung zu verhindern. Wer in der Natur arbeitet, sollte es sich zur Regel machen, am Ende des Tages seinen Körper nach Zecken abzusuchen. Denn trotz geschlossener Arbeitskleidung können sich die Spinnentiere anheften und unbemerkt weiterkrabbeln.

Neben dem aufmerksamen Prüfen bieten sich für Waldarbeiter und Jäger weitere Schutzmaßnahmen an. So gibt es, neben Spray, zum Beispiel Outdoorkleidung mit einer speziellen Imprägnierung, die zeckenabwehrend wirkt. Verwendet werden in der Regel Mittel, die Permethrin enthaltend.

Das Insektizid Permethrin ist ein Gift, das bei Kontakt auf die Nervenbahnen der Parasiten wirkt. Es kommt zur Überreizung der Nerven in den Beinen der Zecke. Sie bekommt „heiße Füße“ und krabbelt nicht weiter. Es folgen Bewegungsstörungen und Lähmungen bis hin zum Tod. Auch in Zeckenmitteln und Halsbändern für Hunde wird Permethrin häufig verwendet.

Permethrin ist umstritten, obwohl es für den Menschen grundsätzlich als ungefährlich gilt. Bei falscher, übermäßiger Anwendung und Überempfindlichkeit kann es unter anderem zu Hautirritationen, Jucken, Übelkeit und anderen allergischen Reaktionen kommen. Die US-Umweltbehörde EPA soll das Mittel zudem als ‚möglicherweise krebserregend‘ eingestuft haben.

Kommt es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einer Infektion mit Borreliose, können verschiedenste Symptome – von Gelenkentzündungen bis zu Herzrhythmusstörungen und Lähmungen – auftreten. Da diese Symptome anderen Krankheiten ähneln, werden sie oft lange nicht mit einem Zeckenstich in Verbindung gebracht. Hinzu kommt die Problematik ungenauer Borreliosetests. Standardtest, die zur Diagnose verwendet werden, liefern keine zuverlässigen Ergebnisse. Die Borreliose bleibt deshalb oft unentdeckt. Falsche Diagnosen und Fehlbehandlungen verlängern nicht selten den Leidensweg der Betroffenen und führen zur Chronifizierung der Infektion, die dann mitunter allen gängigen Therapien trotzt.

Das ist besonders problematisch für Personen, die hauptberuflich in der Forstwirtschaft tätig und damit erhöhten Risiko ausgesetzt sind. Hinzu kommt, dass Borreliose nicht automatisch als Berufskrankheit anerkannt wird.

Als Berufskrankheiten gelten laut §9 Abs, 1 SGB VII Krankheiten, „ die nach den Erkenntnissen der medizinischen Wissenschaft durch besondere Einwirkungen verursacht sind, denen bestimmte Personengruppen durch ihre versicherte Tätigkeit in erheblich höherem Grade als die übrige Bevölkerung ausgesetzt sind.“ Für die Feststellung zur Anerkennung von Berufskrankheiten sind die Unfallversicherungsträger zuständig.

Zur Anerkennung als Berufskrankheit reicht es laut einer Entscheidung des Bundessozialgerichts aber nicht aus, dass eine Infektion mit Lyme-Borreliose im Blut festgestellt wurde. Es müssen auch die typischen Symptome einer Borreliose vollends nachgewiesen werden können. Die Klage eines Forstwirts wurde im Juni 2017 abgeschmettert*. Die beim Kläger vorhandenen Gelenkbeschwerden und Herzrhythmusstörungen wurden anderen Ursachen zugeschrieben. Entsprechend haben Jäger, die die Jagd nicht hauptberuflich betreiben, kaum Chancen, nachzuweisen, dass sie sich die Borreliose bei ihrer Tätigkeit im Wald und nicht in der Freizeit zugezogen haben.

Trotz des erhöhten Risikos einer Borreliose-Erkrankungen bleibt Jägern, Förstern und Forstmitarbeitern somit nur eins: sich auf die eigene Aufmerksamkeit zu verlassen.

*Bundessozialgericht, Urteil vom 27.06.2017  B 2 U 17/15 R 

(Foto: AK-DigiArt/Fotolia.de)