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Autor: Deutsches Chroniker Labor

Natascha Becker Borreliose Erfahrung Borreliose Heilung

Schwere chronische Neuroborreliose durch HHO-Blutwäsche geheilt

Natascha Becker war so krank, dass ihre Eltern sich um sie kümmern mussten. Sie hatte Schmerzen, Taubheitsgefühle und litt unter anderem an Desorientierung. Bei einer Blutuntersuchung in unserem Labor wurde eine „Neuroborreliose“ diagnostiziert. Nacheinem langen Leidensweg ist Natascha heute von ihrer schweren chronischen Neuroborreliose geheilt. Uns berichtet sie von ihrer Erfahrung und der Behandlung, die zum Erfolg führte.

„Meine Symptome begannen schleichend. Ich hatte über Jahre hinweg immer wieder „Brainfog“ (konnte mich schlecht konzentrieren), Nackensteifheit und das Gefühl, morgens und oft auch den ganzen Tag „nicht richtig da“ zu sein. Außerdem war ich oft müde und hatte hin und wieder Kribbeln oder taube Füße, das aber immer wieder verschwand. Bevor die Krankheit letztes Jahr ihren Höhepunkt erreichte, war ich sehr sportlich. Ich lief regelmäßig Halbmarathons, boulderte, machte Yoga und Krafttraining, ging wandern und Bergsteigen. Doch dann, von einem Tag auf den anderen, ging nichts mehr.

Im Deutschen Chroniker Labor wurde „Neuroborreliose“ festgestellt

Zuerst hatte ich starkes Kribbeln in den Füßen. Es folgten Taubheitsgefühle, die sich auch auf meine Hände und Arme ausbreiteten und schließlich den ganzen Körper betrafen. Dazu kam ein starkes Brennen in den Nerven, ständiger Schwindel und eine verzerrte Wahrnehmung. Ich hatte auch große Probleme mit meinen Augen und konnte die Welt um mich herum nicht mehr klar erkennen. Ich war nur noch erschöpft. Meine Orientierung verschlechterte sich enorm. Wenn ich draußen war, wusste ich oft nicht mehr, in welche Richtung ich gehen musste, um nach Hause zu finden. Ich konnte nicht mehr allein über die Straße gehen, weil ich die Geschwindigkeit der Autos nicht mehr richtig einschätzen konnte. Ich war so schlecht dran, dass ich mich nicht mehr selbst versorgen konnte und meine Eltern sich um mich kümmern mussten. Ich war arbeitsunfähig.

Nachdem niemand eine klare Diagnose stellen konnte, ging ich zu einem Umweltmediziner, der schließlich die Diagnose Neuroborreliose u. a. durch eine Blutuntersuchung im Deutschen Chroniker Labor stellte. Ich bekam verschiedene Antibiotika-Therapien, aber die machten meine Symptome nur noch schlimmer. Mein Zustand verschlechterte sich weiter, und der Leidensdruck war enorm.

Eine HHO-Blutwäsche führte zum Erfolg

Durch den Gesundheitspodcast bio360 stieß ich auf eine spezielle Behandlungsmethode bei Biocannovea Longevity Medical Center in Wien, die für die Therapie von Borreliose und Neuroborreliose entwickelt wurde. Die Behandlung erschien mir vielversprechend, also vereinbarte ich ein telefonisches Informationsgespräch mit dem medizinischen Leiter der Klinik. Er erklärte mir, dass die Therapie in drei Schritten durchgeführt wird:

1. Zunächst wird bei der Hämoperfusion (Blutreinigung) durch spezielle Adsorber-Filter entzündungsfördernde Moleküle und Toxine aus dem Blut entfernt.
2. Im nächsten Schritt wird das Blut auf 41,8 Grad Celsius erhitzt, wodurch die Borrelien-Bakterien absterben.
3. Abschließend wird der Sauerstoffgehalt des Blutes erhöht, um die körpereigenen Reparaturprozesse zu unterstützen und Schadstoffe besser abzutransportieren.

Nach kurzer Überlegung entschloss ich mich für die Behandlung, da sie mich vollständig überzeugte. Im Februar 2024 reiste ich mit meiner Mutter nach Wien, da ich allein nicht mehr reisefähig war. Im Biocannovea Longevity Medical Center in Wien durchlief ich ein dreitägiges Therapieprotokoll. Am ersten Tag erhielt ich eine Chelat-Infusion, um weitere Toxine zu mobilisieren. In einem Gespräch mit einer Ärztin ließ ich mich ausführlich über die HHO-Behandlung aufklären.

Am zweiten Tag folgte dann die eigentliche Borrelien-HHO-Behandlung, und im Anschluss bekam ich eine Baseninfusion. Während der Behandlung wurde ich sediert. Mein Blut wurde langsam erwärmt, bis es 41,8 Grad erreichte und dort für 60 Minuten gehalten wurde. Dabei sterben 80-90 % der Bakterien sofort ab, da die meisten Borrelien diese hohe Hitze nicht überstehen. Die gesamte Therapie dauerte etwa 5-6 Stunden.

Als ich nach der Behandlung aufwachte, fühlte ich mich sehr erschöpft und hatte leichte Kopfschmerzen. Doch als ich versuchte, mich aufzurichten und den Kopf zu drehen, bemerkte ich sofort eine Veränderung: Mein Nacken fühlte sich viel leichter an, und ich konnte den Kopf viel weiter und müheloser bewegen – eine Fähigkeit, die ich seit meiner Kindheit nicht mehr hatte. Dieser Moment war für mich sehr emotional.

Am nächsten Tag kehrte ich für eine Aufbauinfusion in die Klinik zurück. Zwei Tage später bemerkte ich eine weitere spürbare Verbesserung: Ich konnte wieder am Laptop sitzen und eine E-Mail schreiben, was vor der Behandlung völlig unmöglich gewesen wäre. Auch das Brennen in meinen Nerven ließ nach. Besonders beeindruckend war, dass ich nach der Behandlung wieder durchschlafen konnte, was in den letzten Monaten nicht mehr möglich gewesen war. Insgesamt verbrachte ich 6 Tage in Wien, um mich weiter zu erholen.

Bereits nach 2-3 Wochen hatte ich deutlich mehr Energie, und die Symptome meiner Neuroborreliose verschwanden in den folgenden Monaten vollständig.
Nachdem die Antibiotika-Therapien meine Symptome immer weiter verschlimmerten, war die Borrelien-HHO-Behandlung ein echter Durchbruch. Heute fühle ich mich wieder völlig gesund und kann ein normales Leben führen. Es ist mir wichtig, meine Erfahrungen zu teilen und vielleicht auch anderen zu helfen, die in einer ähnlichen Situation sind.“

(Foto: Natasche Becker)

Immunsystem staerken versteckte infektionen

Immunsystem stärken im Winter – Warum versteckte Infektionen eine Rolle spielen

Der Winter ist da, und mit ihm die Erkältungs- und Grippesaison. Während viele Menschen auf altbewährte Hausmittel oder Vitamine setzen, um gesund durch die kalten Monate zu kommen, gibt es eine oft übersehene Ursache für ein schwaches Immunsystem: chronische Infektionen.

Das Immunsystem: Ein täglicher Kämpfer

Unser Immunsystem ist ein komplexes Netzwerk aus Zellen, Organen und Botenstoffen, das uns täglich vor Krankheitserregern schützt. Doch Stress, Kälte und ungesunde Lebensgewohnheiten können die Abwehrkräfte schwächen – und das macht uns anfällig für Infekte. Besonders problematisch wird es, wenn versteckte, chronische Infektionen bereits im Körper schlummern.

Verborgene Infektionen – die stillen Störenfriede

Infektionen wie Borrelien, Bartonellen, EBV (Epstein-Barr-Virus) oder auch Herpesviren können sich im Körper festsetzen und über Jahre das Immunsystem belasten, ohne dass wir es direkt bemerken. Diese „stillen Störenfriede“ nutzen die geschwächte Immunabwehr des Winters oft aus und können zu vermehrten Erkältungen, grippeähnlichen Symptomen oder sogar chronischen Erkrankungen führen. Häufig bleiben solche Infektionen unentdeckt, da sie in Standardtests nicht immer nachweisbar sind.

Wie erkennen Sie versteckte Infektionen?

Das Deutsche Chroniker Labor (DCL) bietet detaillierte Diagnostikverfahren an, die über Standardtests hinausgehen. Mit innovativen Verfahren wie dem B16+ Test oder spezifischen Antikörpertests können chronische Infektionen präzise aufgedeckt werden. Diese Diagnosen sind ein wichtiger Schritt, um gezielte Therapien einzuleiten und das Immunsystem nachhaltig zu stärken.

Was können Sie tun, um Ihr Immunsystem zu unterstützen?

  • Diagnostik nutzen: Lassen Sie bei anhaltender Müdigkeit, Infektanfälligkeit oder ungeklärten Symptomen eine erweiterte Labordiagnostik durchführen.
  • Nährstoffe auffüllen: Vitamine wie Vitamin D, C und Zink sind essenziell für ein starkes Immunsystem.
  • Stress reduzieren: Chronischer Stress schwächt die Abwehrkräfte – gönnen Sie sich ausreichend Ruhe und Entspannung.
  • Infektionen behandeln: Eine gezielte Therapie bei nachgewiesenen Infektionen kann das Immunsystem entlasten und die Lebensqualität verbessern.

Fazit: Stark durch den Winter dank moderner Diagnostik

Ein gesundes Immunsystem ist die beste Waffe gegen die Herausforderungen des Winters. Doch oft braucht unser Körper Unterstützung, um versteckte Infektionen zu erkennen und zu behandeln. Mit spezialisierter Diagnostik und gezielten Maßnahmen können Sie Ihre Abwehrkräfte stärken und gesund durch die kalte Jahreszeit kommen.

Haben Sie Fragen zu unseren Testverfahren? Wir beraten Sie gern!

borreliose erfahrungen

Borreliose-Erfahrungsbericht von Cornelia B.: Neuroborreliose durch Zeckenstiche zerstörte ihre Opernkarriere

„Mit ihrer wundervollen Stimme stand Cornelia Boldt vor einer großen Karriere. Doch Zeckenstiche zerstörten sie. Seit 21 Jahren leidet die Opernsängerin an einer Neuroborreliose – mit fürchterlichen gesundheitlichen Folgen. Erst vor kurzem stieß sie auf wirksame Therapien.“ Um diese fortzusetzen, sammelt sie Spenden. Denn ihre Krankenkasse zahlt nicht.

„Immer schon wollte ich Menschen berühren mit meinem Gesang“, sagt Cornelia. Mit ihrer großartigen Stimme fiel ihr das leicht. Dafür erntete die gebürtige Berlinerin reichlich Anerkennung. „Als Sängerin stand ich kurz vor dem Durchbruch. Ich trat an mehreren Opernhäusern auf und wollte meine erste Platte rausbringen.“ Bei Universal, weltweit Marktführer im Musikgeschäft, winkte ihr ein Vertrag. Auch als Synchronsprecherin war sie erfolgreich.

Das war 2003. Doch in jedem Jahr begann eine Tragödie, die Cornelias Karriere zerstörte – und ihre Gesundheit, jegliche Lebensqualität.

Damals reiste sie nach Australien, um Konzerte zu geben. Bei dieser Gelegenheit besuchte sie einen Freund, der dort auf 30 Hektar Permakultur betrieb. Ein paar Tage half Cornelia ihm dabei, Avocadobäume von Unkraut zu befreien. Dabei erlitt sie – nein, es folgt kein Tippfehler – über 50 (!) Zeckenstiche.

„Zwei Tage später entwickelten sich ständiges Kopfweh und Grippesymptome“. So erinnert sie sich, „gefolgt von starken Nervenschmerzen, einem Gefühl des ‚Ameisenlaufens‘. Sowie Taubheit in Füßen, Beinen, Armen und Händen.“

Nach Deutschland zurückgekehrt, suchte Cornelia ein Tropeninstitut auf. Dort fanden Mediziner aber keine Ursache für ihre Symptome. Unfassbar.

Nun begann eine unsägliche Odyssee kreuz und quer durch das Gesundheitswesen, voller Fehldiagnosen und Behandlungsfehler. „Verzweifelt sucht ich nach Hilfe, aber niemand war wirklich bereit dazu.“ Das sei wohl etwas Psychosomatisches, so bekam sie öfters zu hören. Zunehmend verschlechtere sich ihr Zustand. „Alle zwei Wochen litt ich unter so starken Grippesymptomen, dass ich das Haus nicht mehr verlassen konnte. Ständige Zitteranfälle traten auf, ich verlor die Kontrolle über meinen Körper.“

Sechs Jahre lang blieb Cornelia im Unklaren, was mit ihr los war. Erst 2009 stellte ein Berliner Arzt die richtige, von Anfang an naheliegende Diagnose: Neuroborreliose, ausgelöst von Bakterien des Typs Borrelia burgdorferi, die von Zecken übertragen werden.

Statt Hilfe: Fehldiagnosen und Behandlungsfehler, Gleichgültigkeit und Inkompetenz

Daraufhin hätte der Arzt ihr auf der Stelle Antibiotika verschreiben müssen – schon unmittelbar nach den Zeckenstichen wären sie dringend nötig gewesen. Doch er unterließ es. Zu jenem Zeitpunkt war Cornelias Verfassung alarmierend: „hohe Entzündungswerte, Stimmverlust, verdrehtes und gelähmtes Auge, Unfähigkeit zu gehen, ausgeprägter Schwindel.“ Sie wurde vollständig bettlägerig. Die Sehkraft ihres linken Auges verringerte sich auf 4 Prozent. Schließlich erblindete sie völlig.

Nun suchte Cornelia mehrere Heilpraktiker auf. Die meisten verabreichten ihr lediglich Heilkräuter und Vitamine. Mehr sei gar nicht nötig, meinte einer – den Rest werde bestimmt ihr Immunsystem erledigen. Ein anderer konzentrierte sich auf ihre Mitochondrien; sobald die Zellkraftwerke funktionieren, werde die Borreliose von alleine verschwinden, so versicherte er ihr.

Ein Berliner Arzt empfahl tägliche Colon-Hydro-Behandlungen – mindestens zehn-, ohne die seines Erachtens eine Besserung unmöglich sei. (Während der Patient liegt, wird ihm dabei in den After ein Kunststoffröhrchen geschoben, durch welches warmes Wasser in den Darm fließt. Der Darminhalt löst sich, manchmal unterstützt durch eine Bauchmassage, und fließt durch einen Schlauch ab.) „Nach der siebten Anwendung in seiner Praxis erlitt ich durch diese Behandlungen eine Lungenentzündung und brach zusammen. Daraufhin deutete der Arzt an, dass bei mir wohl psychische Gründe vorlägen.“

In einer Fachklinik für Borreliosefälle bestätigten zahlreiche Bluttests erneut eine massive Neuroborreliose – trotzdem weigerten sich die dortigen Ärzte, Antibiotika zu verschreiben.

In ihrer Not fuhr Cornelia 2016 zu einer renommierten Privatklinik nach Bayern. Dort drängte sie auf Antibiotika-Infusionen – und bekam sie endlich. Geradezu schlagartig fühlte sie sich besser. Doch schon am nächsten Tag musste sie die Klinik verlassen, weil sie keine 10.000 Euro aufbringen konnte. Bald darauf „versagte mein Augenlicht mehr und mehr. Die Augenärzte meinten, durch die ständigen Augenentzündungen habe sich beidseitig eine Uveitis entwickelt“ – eine Entzündung des Augeninneren – darüber hinaus Grauer und Grüner Star. Wegen ständig wiederkehrender Glaukom-Anfälle musste ich immer wieder in eine Notfallklinik eingeliefert werden.“

Bis 2023 verschlechterte sich Cornelias Zustand weiter. „Ich war verzweifelt. Mein ganzer Körper war voller Entzündungen. Die Polyneuropathie verursachte unerträgliche Schmerzen, sodass ich nicht mehr gehen konnte.“ Antibiotika taten gut – doch nach wenigen Tagen kehrten die Beschwerden zurück.

Endlich Lichtblicke – nach 20 Jahren mit Neuroborreliose

Im November 2023 fand Cornelia endlich zu einem Arzt, der ihr entscheidend weiterhalf: ein Internist in Ostbayern. „Er machte mir deutlich, dass ich jahrelang fehlbehandelt worden war, was zu meinem bedauernswerten Zustand führte. Seine Worte brauchten mir nicht nur Erleichterung, sondern auch die dringend benötigte Hoffnung.“ Die Behandlung umfasste zwei Blutwäschen („Inuspheresen“), eine Hyperthermie sowie eine Schwermetall-Entgiftung, gegen hohe Quecksilberbelastung. „Dies brachte mir spürbare Erleichterung“ – endlich.

Weil Ostbayern für Cornelia zu weit entfernt ist, setzt sie die Behandlung seit Frühjahr 2024 bei einem Hamburger Arzt fort, der ebenfalls als Experte für Borreliose gilt. Dort erhält sie Infusionen, insbesondere von Antibiotika. Geplant sind drei weitere Blutwäschen. „Leider übersteigen die Kosten für die vollständige Behandlung und die damit verbundenen Ausgaben meine aktuellen finanziellen Möglichkeiten bei weitem“, bekennt Cornelia. Allein für eine Blutwäsche müsste sie rund 2.900 Euro aufbringen. Eine Kostenübernahme verweigert die Krankenkasse bisher vehement.

Erst recht zahlt die Krankenkasse nicht für ein alternatives Heilverfahren, das „bemerkenswerte Verbesserungen meiner Mobilität und meines Allgemeinbefindens herbeigeführt hat“: Osteopathie. Von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still vor über 140 Jahren begründet, werden bei dieser eigenständigen, ganzheitlichen Form von Medizin mit bloßen Händen vielerlei Strukturen ertastet und beeinflusst, die in unserem Organismus unmittelbar oder indirekt miteinander zusammenhängen: seien es Muskeln, Knochen, Nerven, Blutgefäße, die inneren Organe oder die sogenannten Faszien – dünne Bindegewebshüllen, die jede Struktur umgeben und gemeinsam ein großes Ganzes bilden. Faszien verbinden selbst Strukturen, die funktionell nichts miteinander zu tun haben. Um optimal zu funktionieren, benötigt jedes Körperteil, jedes Organ ausreichende Bewegungsfreiheit. Ziel osteopathischer Behandlungen ist es, Blockaden und Gewebespannungen zu lösen und somit die Beweglichkeit wiederherzustellen. Cornelia tut dieser Ansatz enorm gut: „Meine Fähigkeit zu gehen, hat sich dadurch signifikant verbessert, meine Sehkraft ist stärker geworden, diverse Spannungen haben sich aufgelöst. So verschaffte mir die Osteopathie tiefe Entspannung und Erleichterung. Für mich von unschätzbarem Wert.“

Was haben die jahrelangen Behandlungen bisher alles in allem gebracht? „Ich bin nicht länger bettlägerig, mein Augenlicht habe ich zurückbekommen“, so zieht Cornelia Zwischenbilanz. „Ich schaffe es wieder, in den Zug zu steigen. Ich bin sogar wieder im Training mit meiner Professorin an der Oper – auch wenn ich mich noch nicht stabil fühle.

Von Heilung der Neuroborreliose noch weit entfernt

Trotzdem sind die Schmerzen weiterhin Cornelias ständige Begleiter, vor allem in der Halswirbelsäule, in den Schultern, im Beckenbereich, in den Beinen. Nach wie vor kann sie kaum laufen. Nach zehn Minuten gehen fühlen sich ihre Füße und Beine so extrem heiß an, als würden sie brennen. Ihr ist ständig schwindelig. Sie sieht schlecht, ist lichtempfindlich, ihr Sichtfeld ist eingeschränkt. Im linken Auge droht der Sehnerv abzusterben. „Gehirnneben“, brain fog, trübt ihr Denken. Inzwischen stehen weitere Krankheiten auf der langen Liste ihrer ärztlichen Befunde: von Hypercholesterinämie – eine Fettstoffwechselstörung, die den Cholesterinspiegel im Blut erhöht – über Hashimoto-Thyreoditis (eine chronische Autoimmunerkrankung der Schilddrüse) bis hin zur Makulaödemen, wobei sich Flüssigkeit in der Netzhaut sammelt, im Bereich des „Gelben Flecks“.

Cornelias Behinderungsgrad liegt bei 80%, mit Pflegestufe 2. Im verzweifelten Ringen um ihre Gesundheit hat sie inzwischen all ihre Ersparnisse aufgebraucht.

„Ich kämpfe weiter“

Aber Aufgeben kam für die bewundernswert tapfere Frau noch nie in Frage: „Ich kämpfe weiter. Denn ich will singen und kein Pflegefall sein. So schnell wie möglich möchte ich wieder in meinen Beruf zurückkehren, mein Leben endlich wieder unabhängig und selbstfinanziert führen und gestalten. Und wenn ich wieder Geld verdiene, möchte ich anderen Menschen helfen, wieder gesund zu werden.“

(Quelle Text: Dr. Harald Wiesendanger/Stiftung AUSWEGE Herzensfonds/Vorstand)

https://www.stiftung-auswege.de/

Schwarzkuemmel oel Foto Piotr stock.adobe

Schwarzkümmelöl zur Abwehr von Zecken bei Hunden

Foto: © Piotr/stock.adobe.com

Hundebesitzer wissen, wie oft sich die geliebten Vierbeiner beim Spaziergang und Herumtollen in der Natur Zecken einfangen. Doch was tun? Chemische Sprays sind allein deshalb nicht erste Wahl, weil sie während der Fellpflege abgeleckt werden könnten. Eine immer beliebtere Alternative ist daher die Verwendung von Schwarzkümmelöl zur Abwehr von Zecken.

Dass Schwarzkümmelöl gegen Zecken wirkt, hat der damals 18-jährige Schüler Alexander Betz bei „Jugend forscht 2014“ entdeckt. Das Futter seines Hundes Filou musste aufgrund von Allergien mit Schwarzkümmel gemischt werden. Schon bald fiel dem Schüler auf, dass davon auch die Zecken verschwanden. Er testet deshalb, wie Zecken auf Schweiß und Schweineblut reagieren und versetze es anschließend mit Schwarzkümmelöl. Das Ergebnis: bereits sehr geringe Ölmengen schreckten die Zecken ab.

Im Orient ist das Schwarzkümmel seit Jahrtausenden beliebt

Wissenschaftlich belegt ist die Wirkungsweise von Schwarzkümmelöl nicht, aber die ägyptische Schwarzkümmelpflanze (Nigella sativa), aus der es hergestellt wird, wird bereits seit mehr als 4.000 Jahren als Heilmittel verwendet, vor allem im Orient. Der Schwarzkümmel enthält neben ätherischen Ölen auch Bitterstoffe, Saponine und Gerbstoffe. Das kaltgepresste Öl besteht zu 80 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren, die unter anderem wichtig für den Zellstoffwechsel sind. Sowohl bei Mensch als auch Tier, soll sich das Öl positiv auf den Magen-Darmtrakt, Bluthochdruck, Heuschnupfen, Asthma sowie Haut und Haare auswirken.

Schwarzkümmelöl hat viele positive Nebeneffekte

Für Hunde wird es gern bei Allergien, Atemwegserkrankungen und Immunschwäche eingesetzt. Auf empfindliche Hautstellen aufgetragen, dient es auch als Sonnenschutzmittel und lindert schuppige, trockene Haut. Die Abwehr von Zecken ist ein äußerst positiver Nebeneffekt. Bereits wenige Tropfen unters Futter gemischt reichen aus, um über die Haut einen für Menschen nicht wahrnehmbaren Geruch zu verströmen, der Zecken und Flöhe vertreibt. Zusätzlich können einige Tropfen mit der Bürste ins Fell gekämmt werden.

Für Katzen nicht zur Zeckenabwehr geeignet

Schwarzkümmelöl wird über die Leber abgebaut, die Dosierung muss deshalb auf das Tier abgestimmt werden. Bei kleinen Rassen reichen täglich vier Tropfen, bei größeren Tieren etwa zehn Tropfen. Bei tragenden Hündinnen und Tieren mit Lebererkrankungen sollte auf die Verabreichung von Schwarzkümmel gänzlich verzichtet werden. Auch für Katzen ist das Öl nicht geeignet. Im Gegensatz zu Hunden fehlt Katzen ein Enzym, das die in ätherischen Ölen enthaltenen Terpene abbaut.

Beim Kauf von Schwarzkümmelöl auf die Qualität achten

Beim Kauf sollte auf hohe Qualität des Schwarzkümmelöls geachtet werden. Das Tier sollte zudem langsam daran gewöhnt werden. Bei regelmäßiger Anwendung kann der positive Effekt schon bald bemerkt werden. Doch wie bei jeder Methode zur Zeckenabwehr gibt es auch hier keine hundertprozentige Garantie für einen vollumfänglichen Schutz vor Zecken. Das regelmäßige Absuchen des Tieres nach Zecken ist deshalb weiterhin ratsam.

Schwarzkümmelspray selbst herstellen

Es besteht auch die Möglichkeit, Schwarzkümmelspray für den vierbeinigen Freund selbst herzustellen, um damit größere Bereiche abzudecken, als mit Öl möglich ist.

Benötigt werden:

  • 1-2 Messbecher mit einer Scala von 5 bis 500 ml
  • 1 Sprühflasche mit 500 ml Fassungsvermögen
  • hochwertiges Schwarzkümmelöl
  • Rimulgan (Emulgator, der das Mischen von Wasser und Öl ermöglicht) oder einen anderen Emulgator
  • Wasser

Zubereitung:

Die Zubereitung des Sprays ist ganz einfach. Es müssen lediglich 10 ml Schwarzkümmelöl und 5 ml Rimulgan miteinander vermischt werden. Anschließend werden langsam 500 ml lauwarmes Wasser unter ständigem Rühren zu der Öl-Emuglator-Mischung gegeben. Die milchige Flüssigkeit kann anschließend in eine Sprühflasche umgefüllt werden. Fertig ist das Spray.

Zecken Kinder Foto Coldwater fotolia.de

Eltern sollten achtsam sein: Zecken kommen besonders bei Kindern häufig vor

Ob im Kindergarten, in der Schulpause oder zuhause – Kinder verbringen viel Zeit in der Natur. Sie tollen auf Wiesen herum, klettern durch Büsche, fahren mit dem Fahrrad an hohen Gräsern vorbei oder erkunden den Wald. Gerade im Frühjahr und Sommer halten sich vor allem dort Zecken auf. Da diese gefährliche Krankheiten wie die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) und Borreliose übertragen können, sollten Eltern vorsichtig sein und Kinder nach jedem Aufenthalt im Freien auf Zecken kontrollieren.

Zecken tummeln sich nicht auf Bäumen, sondern vor allem am Wegesrand im Gras, auf Wiesen und Sträuchern oder in Hecken. Wenn Kinder an ihnen vorbeistreifen, heften sich die Zecken wie eine Klette an den Körper und suchen nach einer passenden Stelle zum Blutsaugen. Auch Haustiere tragen die Parasiten häufig mit ins Haus. Beim Kuscheln mit Hund oder Katze kann es vorkommen, dass die Zecke abgestreift wird und sich auf dem neuen Wirt niederlässt.

Ein Grund zur Panik ist dies nicht. Ein Verbot von Spielen in der Natur oder Kuscheln mit dem Haustier ist keine Lösung. Wichtig ist, dass Eltern besonders aufmerksam sind.

Wie können Eltern ihre Kinder vor Zecken schützen?

Einen totalen Schutz vor Insektenstichen und besonders Zeckenstichen gibt es nicht. In Risikogebieten wird eine Impfung gegen FSME empfohlen. Eine Schutzimpfung für Borreliose gibt es nicht. Bei längeren Aufenthalten im Wald sind lange, möglichst helle Hosen und geschlossene Schuhe empfohlen. Wenn Sie mit Kleinkindern auf der Wiese liegen, sollten Sie eine helle Decke verwenden, da man auf diesen Zecken schneller sieht.

Untersuchen Sie Ihr Kind nach Zecken

Wichtig ist, dass Sie abends den Körper Ihres Kindes gründlich nach Zecken absuchen. Zecken lassen sich bei Kindern bevorzugt an Kopf und Hals nieder. Sie lieben auch warme Körperstellen, weshalb Sie unbedingt den Haaransatz, den Nackenbereich, die Ohren, Beine und Achselbeugen, sowie die Po-Falte und den Genitalbereich kontrollieren sollten. Zecken können teilweise sehr klein (stecknadelkopfgroß) und leicht übersehbar sein. Achten Sie deshalb auf kleine, dunkle Punkte am Körper Ihres Kindes. Oft ist der Tastsinn effektiver als die visuelle Kontrolle.

Erklären Sie älteren Kindern, dass es Zecken gibt und wie diese aussehen, damit die Kinder dafür sensibilisiert werden, auf Zecken am eigenen Körper zu achten. Weisen Sie unbedingt darauf hin, dass die Kinder die Zecken nicht anfassen sollten, sondern Sie informieren, wenn sie etwas Ungewöhnliches an ihrem Körper entdecken. Denn um eine Übertragung von gefährlichen Bakterien zu vermeiden, sollten Zecken fachmännisch entfernt werden.

So entfernen Sie Zecken am Körper Ihres Kindes richtig

Um Zecken schnellstmöglich entfernen zu können, sollten Sie immer ein Spezialgerät dabei haben. Dafür gibt es verschiedene Hilfsmittel. Neu am Markt ist das sogenannte „Nymphia“. Dieses kleine Werkzeug erinnert an den Nadeleinfädler aus dem Nähkasten und eignet sich besonders für die Entfernung von winzig kleinen Zecken, den Nymphen. Andere Möglichkeiten zur Zeckenentfernung sind die Zeckenzange oder Zeckenkarte.

Beim gemeinsamen Aufenthalt in der Natur, zum Beispiel beim Ausflug ins Schwimmbad, beim Picknick oder Zelten, ist es daher ratsam, eines dieser Utensilien mit sich zu führen. Diese sind kleiner als eine Bankkarte und finden in jeder Hand- und Hosentasche Platz. So können Sie gleich handeln und müssen, im Falle eines Zeckenstichs, nicht erst warten, bis Sie wieder daheim sind, um das Tier zu entfernen.

Nutzen Sie die Zeckenentferner wie in der beiligenden Beschreibung empfohlen und entfernen Sie die Zecke langsam und vollständig. Ein Zerquetschen oder Drücken des Tieres kann zur Übertragung von Bakterien führen. Deshalb sollte das Entfernen durch einen Erwachsenen erfolgen. Ihr Kind spürt weder vom Einstich der Zecke etwas, noch beim Entfernen.

Wenn möglich, desinfizieren Sie die Einstichstelle nach dem Entfernen der Zecke. Sollten dennoch Reste der Zecke im Körper verbleiben, sollte man versuchen, diese mit einer Kanülenspitze zu entfernen. Suchen Sie dafür am besten einen Arzt auf.

Bei Symptomen einen Arzt aufsuchen

Beobachten Sie in den kommenden Tagen die Einstichstelle. Sollte sich darum ein roter Kreis bilden, der sich ausbreitet und in der Mitte blasser wird, die sogenannte Wanderröte, ist dies der Beweis für eine Borrelieninfektion. Die Wanderröte tritt aber nur etwa in der Hälfte der erfolgten Infektionen auf. Grippeähnliche Symptome mit Fieber und Gliederschmerzen, die wenige Tage nach dem Zeckenstich auftreten, können Zeichen einer Infektion mit Bakterien wie Ehrlichien, Anaplasmen, Bartonellen, Borrelien oder FSME-Viren sein. Suchen Sie in diesen Fällen unbedingt einen Arzt auf, damit dieser eine entsprechende Behandlung einleiten kann.

(Foto: coldwater/fotolia.de)

Schmerzende geschwollene Haende als Symptom aufgrund von Borreliose

28-Jährige litt aufgrund einer unbehandelten Borreliose ein Jahr an Blasenentzündungen und rheumatischen Schmerzen

Man ist keine 30 Jahre alt und hat schon rheumatische Beschwerden. Ständige Blasenentzündungen machen einem das Leben schwer. Man hofft darauf, dass Ärzte einem helfen, aber wird von einem Facharzt zum nächsten geschickt. So erging es der 28-jährigen Julia aus der Pfalz. Erst nach einem Jahr voller Schmerzen stieß sie auf die Diagnose Borreliose, die von dem behandelnden Arzt offenbar ignoriert worden war. Uns erzählt sie ihre Geschichte:

„Ich bin 28 Jahre alt und wohne in der Pfalz. Mein Leidensweg begann mit einer dauerhaften Blasenentzündung, welche sich sowohl von Urologen als auch Hausärzten nicht erklären lies. Daraufhin habe ich ab März 2022 gemerkt, dass ich mich beim Sport nicht mehr auf den Händen abstützen kann, da das mit einem stechenden Schmerz einher ging.

Im Dezember 2022 ging es dann erst richtig los, mit plötzlichem Anschwellen beider Hände und einem unglaublich starken Schmerz. Daraufhin war ich bei zwei Orthopäden, die mir Schmerztabletten verschrieben und ein Mrt der Hand anforderten. Aus diesem ging dann hervor, dass ich ein Ganglion, Sehnscheidenentzündung etc. in den Händen habe. Dies wurde als Rheuma identifiziert. Ich wurde also zum Rheumatologen geschickt.

Die Entzündungen wanderten in verschiedene Köperteile

Die Entzündungen wanderten. Mittlerweile waren nicht nur die Handgelenke, sondern auch die Finger und Schultern betroffen (März 2023), kurze Zeit später folgten die Hüfte, Knie und Füße. Die Rheumatologen konnten das Krankheitsbild aber nicht zuordnen, da ich keine Rheuma spezifischen Werte hatte, bis auf ein erhötes CRP und einen ethöhten MPO-Wert. Es folgten Klinikbesuche und zahlreiche Arztbesuche mit weiteren sehr unterschiedlichen Diagnosen.

Auf gut Glück verordnetes Breitband-Antibiotikum brachte erste Linderung

Im Oktober 2023 war ich dann in der Uniklinik Heidelberg. Dort wurde eine Nierenbiopsie angeordnet, da ich durch die dauerhafte Blasenentzündung Blut im Urin hatte und man das als Gefäßentzündung identifizierte. Die erste Nierenbiopsie lief schief und die zweite eine Woche später war erfolgreich, jedoch unauffällig. Daraufhin wurde mir von den Rheumatologen Sulfasalazin verordnet, wodurch es mir unglaublich schlecht ging. Das hatte ich ein Monat eingenommen bis ich vor Schmerzen nicht mehr konnte, da mittlerweile der ganze körper betroffen war (Rücken, Kiefer, Kopf, Arme, Beine, ablösen der Schleimhaut im Mund, Hautveränderungen). Ein Schmerztherapeut ordnete dann auf gut Glück ein Breitband-Antibiotikum an, wodurch das erste mal Besserungen eintraten.

Aus einem der unzähligen Arztbriefe ging dann hervor, dass ich positiv auf Borreliose getestet wurde. Es wurden jedoch keine Maßnahmen vom Arzt eingeleitet. Nach einem Jahr mit unterschiedlichen Medikamenten, wozu verschiedenste Schmerzmittel und Kortison zählten, Nervenzusammenbrüchen und vielen aus der Krankheit resultierenden privaten Problemen, bin ich jetzt auf dem Weg der Besserung.“

Borreliose in der Schwangerschaft AdobeStock 280878021

Borreliose in der Schwangerschaft – eine Gefahr für das Kind?

Borreliose, eine durch die Übertragung von Borrelien verursachte Krankheit, wird durch den Stich einer infizierten Zecke an den Menschen übertragen. Je länger die Zecke am Körper verbleibt, desto größer ist das Risiko einer Ansteckung. Der erste Hinweis auf eine Infektion ist in der Regel die Wanderröte. Dabei handelt es sich um eine kreisrunde, deutliche Rötung um die Einstichstelle herum, die sich im Laufe der Tage ausbreitet, während sie in der Mitte blasser wird.

Die Symptome einer Borreliose sind vielfältig. Sie reichen unter anderem von Kopf- und Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen und Fieber bis hin zu neurologischen Ausfällen. Unbehandelt werden die Beschwerden schlimmstenfalls chronisch. Zusammen mit der Borreliose können zudem andere Erreger übertragen werden, die zu Co-Infektionen führen. Die Behandlung der Borreliose erfolgt in der Regel durch eine mehrere Wochen dauernde Gabe eines hochdosierten Antibiotikums.

Bei Zeckenstich in der Schwangerschaft umgehend handeln

Was passiert nun, wenn eine Schwangere von einer Zecke gestochen wird? Wie bei jedem Zeckenstich, gilt auch für Schwangere, die sachgemäße Entfernung der Zecke – zum Beispiel durch eine Zeckenzange oder -karte – als oberste Priorität. Je schneller die Zecke entfernt wird, desto geringer ist das Risiko einer Ansteckung.

Schwangere sollten, insbesondere bei Auftreten der Wanderröte, umgehend einen Arzt aufsuchen, am besten einen Borreliose-Spezialisten. Wird eine Infektion festgestellt, wird auch bei Schwangeren eine Antibiotika-Therapie eingeleitet. Dafür wird ein Medikament genutzt, dessen Anwendung in einer Schwangerschaft vertretbar ist.

Betroffene sollten zudem ihren behandelnden Frauenarzt über die Erkrankung und Antibiotika-Therapie informieren. Eine intensive Ultraschalluntersuchung ist empfehlenswert.

Borreliosegefahr für das Ungeborene?

Das Risiko einer Übertragung der Borrelien auf den Fötus ist laut Experten durchaus gegeben, insbesondere im ersten Trimester. Sie tritt jedoch selten auf. In der Regel kann das Risiko einer Infektion des Ungeborenen durch eine rechtzeitige Antibiotika-Therapie um zwei Drittel gesenkt werden.  Es gibt nur wenige Berichte über Erkrankungen des Babys im Mutterleib, bei denen es zu Fehlbildungen oder einer Fehlgeburt kam. Die Datenlage ist so gering, dass kein konkreter Zusammenhang zu einer Borreliose-Erkrankung hergestellt werden kann.

Bei Auffälligkeiten am Fötus kann in der Frühschwangerschaft eine Fruchtwasseruntersuchung veranlasst werden. Nach der Geburt kann das Nabelschnurblut auf eine mögliche Infektion des Babys hinweisen.

Auch bei einer Borreliose während der Stillzeit, sollte die Mutter in Absprache mit einem Arzt, eine entsprechende Therapie einleiten.

Bester Schutz – Zeckenstich verhindern

Damit das Risiko einer Infektion von Mutter und Kind so gering wie möglich gehalten wird, sollten Schwangere beim Aufenthalt in der Natur umsichtig sein. Dies gilt auch für Gärten, Grünanlagen und Spielplätzen in Städten, wo ebenfalls Zecken vorkommen.

Zum Schutz eignet sich das Tragen langer, heller Hosen, die in die Socken gesteckt werden, sowie festes Schuhwerk. Zu Hause sollte der Körper nach Zecken abgesucht werden, damit diese unter Umständen schnellstmöglich wieder entfernt werden können.

Hinweis: Der Text erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Bei Fragen zum Thema Borreliose (in der Schwangerschaft), sprechen Sie bitte mit einem Arzt.

Sportlerin chronisch Krank wegen Borreliose

Lena (29) wurde innerhalb weniger Wochen von einer Sportlerin zur chronisch kranken Frau

Lena, 29 Jahre alt, war schon immer sportlich. Sie spielte Tennis und Fußball, ging gern reiten und laufen. Im Februar 2023 lief sie ihren letzten Halbmarathon mit persönlicher Bestzeit von 1:33:11. Doch nur wenige Tage später änderte sich alles. Anfang März begann der Schwindel. Uns erzählte sie, was danach passierte…

Mit Schwindelanfällen fing alles an

„Mir wurde immer wieder schwindelig. Ein Schwindelanfall auf der Arbeit war so heftig, dass die Kollegen einen Krankenwagen riefen. Es wurde nichts gefunden. Diagnose: erste Panikattacke. Mitte März bis Ende März kamen dann heftige Rückenschmerzen hinzu, welche sich bis in Füße und Hände erstreckten. Ich war bereits beim Hausarzt in Behandlung und hatte um ein großes Blutbild mit Test auf Borreliose gebeten. Das Ergebnis teilte mir der Arzt telefonisch mit. Borreliose seit es nicht. Der IgG-Wert sei zwar positiv – ich hatte also Kontakt mit Borrelien, aber der IgM-Wert sei negativ. Ich hätte also keine akute Borreliose. Darüber bräuchte ich mir keine Sorgen zu machen. Borreliose sei es nicht. Vermutlich hätte ich ein HWS-Syndrom (Halswirbelsäule). Ich bekam ein Rezept für Physiotherapie und ging daraufhin in den nächsten Tagen nicht nur zu Physiotherapie, sondern auch zum Orthopäden, Internisten usw. An der Halswirbelsäule konnte nichts Auffälliges festgestellt werden, aber ich wurde trotzdem behandelt.

Bis Ende März ging es mir mal etwas schlechter, mal wieder etwas besser. Eines Nachts musste ich nochmals im in die Notaufnahme des Krankhauses, weil einfach nichts mehr ging. Mein Rücken tat so weh, ich konnte kaum laufen. Auch da kam nichts heraus. Die Blutwerte waren alle top. Man gab mir eine Infusion mit Schmerzmittel, aber die half nicht. Ende März teste ich dann eine Woche lang positiv auf Corona.

Erste Diagnose: Epstein-Barr-Virus

Anfang April ging ich zu einem anderen Hausarzt. Der diagnostizierte das Epstein-Barr-Virus (EBV). Es erschien wie eine Folge der Corona-Infektion und eine Lösung für meine Probleme. Allerdings hatte ich schon vor Corona diese heftigen Schwindelattacken und Gliederschmerzen etc. Trotzdem habe ich es nicht weiter hinterfragt. Ich wollte nur wieder gesund werden. Bei einer EBV-Erkrankung kann man aber nichts machen, außer sich genügend auszuruhen und das Immunsystem zu stärken.

Zu den Symptomen gehörten Herzrasen, Muskelkrämpfe, niedriger Blutdruck, rheumatische Schmerzen, Kopfschmerzen und Panikattacken

Mitte April hatte ich dann meine erste Panikattacke, welche aus nächtlichem Herzrasen und Muskelkrämpfen resultierte. Bis Mitte Mai war an Arbeiten weiterhin nicht zu denken. Ich hatte heftigen Tinnitus, Schwindel, Augenflimmern, nächtliches Herzrasen, niedrigen Blutdruck und rheumaartige Schmerzen in Füßen und Händen. Im Wechsel hatte ich ein Zittern verschiedener Körperteile, ein Taubheitsgefühl des rechten Arms, Kopfschmerzen, meine Kopfhaut tat weh und ich litt an Schlafstörungen, wofür ich fünf Wochen lang Zopiclon bekam, ein heftiges Schlafmittel. Ich musste ja schlafen, sonst würde ich den EBV-Virus nicht loswerden. Wegen meiner Panikattacke, welche etwas zunahmen, bekam ich zusätzlich Tavor verschrieben (ich hatte immer so ein heftiges Zittern meiner ganzen linken Körperseite).

Erst ein Ärztemarathon, dann die Psychotherapie

Zwischenzeitlich war ich wegen den verschiedenen Symptomen bei etlichen Fachärzten: Kardiologe, HNO, Neurologe, Internist, Orthopäde, sogar in einer Schwindeldiagnose Klinik. Ich erhielt keine Diagnose, beziehungsweise keine nennenswerten Diagnosen. Mein Bauchgefühl sagte mir immer wieder, dass da noch etwas anderes sein muss. Ich habe mich so schlecht gefühlt, wie noch nie in meinem Leben. Sowohl körperlich als auch seelisch. Mein Leben war auf einmal nicht mehr das, was es einmal war. Ich habe alles, was Spaß macht, absagen müssen. Ich konnte wochenlang keine Freunde treffen, weil ich Angst hatte, eine Panikattacke oder Muskelkrämpfe zu bekommen. Ich war außerdem super geräuschempfindlich. Etwa zwei Monate lang sah ich nicht mal  TV oder Ähnliches. Es ging wirklich nichts. Ich lag nur im Bett. Mein Freund musste mir das Essen ans Bett stellen. Duschen konnte ich auch kaum alleine. Wenn mein Freund auf Geschäftsreise war, war ich bei meinen Eltern.

Dann war ich bei der Psychotherapie und ging in meinem Kopf immer wieder durch, was mein Körper mir sagen will. Ich konnte aber einfach – zum Glück – keine negativen Dinge in meinem Leben feststellen. Doch selbst mein Freund und meine Eltern rieten mir zu der Therapie. Alle waren verzweifelt und ich hatte mich etwas aufgegeben, obwohl ich immer noch im Hinterkopf hatte, dass da noch etwas anderes sein muss. Der Ärztemarathon (der nicht viel weniger anstrengend war als ein „richtiger“ Marathon) machte mich kaputt. Ich konnte nicht mehr. Ich war plötzlich die, mit der Angststörung und sollte Stress aus meinem Leben verbannen.

Ein Hautarztbesuch ließ den Verdacht auf Borreliose wieder aufkommen

Zwischen Mitte und Ende Juni ging es mir etwas besser und ich vereinbarte auf der Arbeit eine Wiedereingliederung mit drei Stunden täglich. Richtig gut ging es mir nicht, aber ich habe mich trotzdem auf den Arbeitsalltag gefreut. An Sport war allerdings noch lange nicht zu denken. Ich war mit einem Spaziergang von 1-2 km schon super „zufrieden“.

Ende Juni war ich routinemäßig beim Hautarzt, der dann an meiner Wade einen Ausschlag entdeckte. Ich hatte diesen bis dahin für eine Sonnenallergie gehalten, weil er nur im Sommer deutlicher zu sehen war. Ich erzählte ihm meine Geschichte und er sagte sofort, dass es sich um eine Borreliose handeln müsste. Er sendete ein Stück der Haut von der Wade ins Labor. Die Blutergebnisse waren dann zwar nicht eindeutig, aber viele Unterbanden waren positiv, sodass für drei Wochen täglich Doxycyclin 200 mg einnahm. Auch die Hautuntersuchung Labor deute nicht Borreliose hin. Es sei irgendein anderer Ausschlag.

Dank Borreliose Bund zum Borreliosearzt

Im August war ich im Urlaub; das war ganz okay. Ich konnte kleine Spaziergänge machen und hatte keine großen Beschwerden. Der Tinnitus blieb, aber dagegen gibt es ja auch keine wirklichen Medikamente. Jetzt, Anfang September, wurde es alles wieder schlimmer. Viele Symptome kamen zurück, Rückenschmerzen, die bis ins Bein ausstrahlen usw. Bei meiner Recherche im Internet stieß ich auf die Website des Borreliose und FSME Bund. Ich rief an und wurde auf die Ärzteliste der Deutschen Borreliose Gesellschaft Deutschen Borreliose Gesellschaft aufmerksam gemacht.

Ich suchte mit einen der Ärzte aus, hatte Glück und konnte zeitnah einen Termin bekommen. Der nächste Arzt wäre 1,5 Stunden entfernt gewesen. Nach all den Arztbesuchen in diesem Jahr, hatte ich jetzt das erste Mal das Gefühl, einen Arzt vor mir zu haben, der Ahnung von Borreliose hat. Er konnte mir super viel erklären und sagte mir, dass ich in meinem Stadium (chronische Borreliose) nicht mit drei Wochen Antibiotika auskomme. Ich bin derzeit dabei, nochmals täglich Doxycyclin 400 mg zu nehmen. Nach etwa vier Wochen beginne ich dann eine Infusionstherapie. Ich stehe derzeit weiterhin regelmäßig in Kontakt mit dem Borreliosearzt und hoffe, er wird mich weiterhin so gut betreuen.

Entsetzt und schockiert, von der Ahnungslosigkeit vieler Ärzt in Bezug auf Borreliose 

Ich bin einfach total entsetzt und schockiert, dass es so wenig Ärzte gibt, die von dieser Krankheit Ahnung haben. Ich bin mir ganz sicher, dass man in vielen Fällen ein derartiges Ausmaß hätte vermeiden können. Wenn ich manche der Erfahrungsberichte auf der Website des Deutschen Chroniker Labors lese, macht mich das sehr traurig. Das Leben Vieler ändert sich schlagartig durch diese Krankheit. Egal wie fit man vorher war, es kann absolut jeden treffen. Ich hoffe so sehr, dass endlich mehr Menschen und vor allem Ärzte im Hinblick auf Borreliose sensibilisiert werden. Diese Krankheit ist so tückisch und imitiert etliche Krankheiten. Es macht einen einfach verrückt. Vor drei Monaten dachte ich noch, ich muss vielleicht sterben (Panikattacken, Herzrasen etc). Jetzt weiß ich zumindest, was die Ursache des Ganzen ist. Ich bin mir aber immer noch nicht sicher, ob ich mal wieder die werde, die ich einmal war…“

Bauchschmerzen Borreliose Erkrankung Bibi Johns Schauspielerin Saengerin

Auf Tournee fing alles an – Sängerin und Schauspielerin Bibi Johns berichtet von Ihrer Borreliose-Erkrankung

In den 50er- bis 70er Jahren war Bibi Johns, gebürtige Schwedin, in ihrem Heimatland, Amerika, Deutschland und England als erfolgreiche Sängerin und Schauspielerin bekannt. Auch viele Jahre danach ging sie noch regelmäßig auf Tour, bis sie 2004 plötzlich starke Schmerzen in der linken Bauchhälfte spürte.

Uns berichtet die heute 94-Jährige von ihrer Erfahrung mit der Erkrankung:

Kurz nach einer Tournee in Deutschland, hatte ich in Stockholm ein Engagement. Ich war, obwohl mitten im Sommer, ziemlich erkältet, ohne den geringsten Verdacht zu haben, es könnte etwas mit Borreliose zu tun haben. In der Nacht nach meinem Auftritt bekam ich sehr starke Schmerzen in der linken Bauchhälfte, wogegen Aspirin aus meiner Reise-Apotheke überhaupt nicht half.

Der Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall bestätigte sich nicht

Am nächsten Tag flog ich nach München zurück und suchte gleich einen Orthopäden auf. Ich vermutete einen Bandscheibenvorfall, womit ich schon Erfahrung hatte. Röntgen und CT zeigten jedoch keinen Befund. Gegen die Schmerzen wurde mir jetzt ein sehr starkes Schmerzmittel verschrieben, das inzwischen verboten und vom Markt genommen ist.

Der nächste Arzt, den ich aufsuchte, verordnete eine Darmspiegelung. Auch dies ohne Befund. In meiner Verzweiflung bat ich eine mir befreundete Ärztin um Hilfe. Einen Zeckenbiss hatte ich nicht bemerkt und da waren auch nirgends am Körper irgendeine Rötung oder andere Zeichen zu sehen.

Ein Dermatologe sah den Zeckenstich, trotz fehlender Wanderröte

Die Ärztin hat mir empfohlen, einen Neurologen aufzusuchen. Nach einer eingehenden Untersuchung konnte dieser feststellen, dass mein linkes Bein beim Gehen etwas lahmt. Da Verdacht auf Borreliose bestand, meldete mich der Neurologe sofort bei einem Dermatologen an, der gleich diesen Verdacht bestätigen konnte. Schließlich wurde in der linken Leiste einen Stich gefunden, nur ohne den bei Borreliose üblichen roten Kreis rings herum.  Ein Borreliose-Test beim Deutschen Chroniker Labor wurde jedoch nicht gemacht.

Antibiotika-Infusionen in einer Reha-Klinik führten zum Erfolg

Für die nächsten 2 Wochen musste ich ein Antibiotikum einnehmen, jedoch ohne dass ich eine Besserung verspürte. Das linke Bein lahmte sogar etwas stärker und ich suchte wieder meinen Neourologen auf. Es stellte sich heraus, dass ich ein für Borreliose-Fälle falsches Medikament eingenommen hatte.

Da ich mich inzwischen so elend fühlte, dass ich keine Kraft mehr hatte selbst weiter Hilfe zu suchen, schickte mich mein Neurologe in eine Reha-Klinik. 

Ich erhielt dort täglich über 2 Wochen lang Antibiotika-Infusionen mit dem gegen Borreliose richtigen Medikament, das aber leider einen unerträglichen Juckreiz am ganzen Körper auslöste. Aphten im Mund erschwerten mir das Essen. Die in Reha-Kliniken üblichen verordneten Fitness-Übungen haben in keiner Weise zu meiner erwarteten Erholung geführt. Nach 3 Wochen war ich dann so weit, dass ich mich zu Hause weiter erholen konnte.

Wo die Zecke herkam, blieb ein Rätsel

Dies alles geschah im Jahr 2004 und es bleibt ein Rätsel, wie und wo der Zeckenstich zustande gekommen war. Auf der Tournee durch Deutschland, 3 Wochen vor meiner Erkrankung, betrat ich nie einen Rasen, ich hielt mich nur in Theatern und guten Hotels auf. Als wir in München gastierten, schlief ich aber eine Nacht zu Hause. Auf meinem Bett schlief mit mir auch meine Katze, die sich auf ihr Frauchen freute. Vermutlich über die Katze fand eine Zecke den Weg in mein Bett. Eine andere Erklärung kann ich nicht finden.

Trotz all dem habe ich großes Glück gehabt, dass nach immerhin mehreren Wochen ich schließlich doch geholfen werden konnte.  Es geht mir heute sehr gut, es haben sich seitdem keine Borrelien mehr bei mir gemeldet. 

Gegen Borreliose gibt es leider noch keine Impfung und es ist bedauerlich, dass zu wenig bekannt ist, wie gefährlich diese Krankheit ist. Unentdeckt kann sie zu einer dauernden körperlichen Behinderung führen, was ich inzwischen von Ärzten erfahren habe.

Ich kann nur jedem raten, bei einem Zeckenbiss sofort einen Arzt aufzusuchen.

Nähere Informationen zu Bibi Johns und ihre Karriere finden Sie auf www.bibijohns.de

Borreliose Erfahrung Borreliosekrank Daniela Forster

Statt Borreliose wurden Panikattacken diagnostiziert

Daniela Forster war gerade mit ihrem zweiten Kind schwanger, als sie von einer Zecke gestochen wurde. Schon bald darauf begannen die Symptome. Die Ärzte diagnostizierten stressbedingte Panikattacken. Auf Borreliose kam man erst zwei Jahre später. Uns schrieb Daniela Forster ihre Geschichte.

„Eigentlich fing alles im September 2020 an. Das dieser Zeitpunkt mein Leben für die nächsten Jahre oder vielleicht auch für immer verändern würde, ahnte ich noch nicht. Ich war zu dieser Zeit schwanger, unsere Tochter war für Dezember 2020 ausgerechnet.

Nach einem Spaziergang im September 2020 bemerke ich am nächsten Tag, dass mich etwas an meiner linken Wade juckt. Es war eine Zecke. Da ich noch nie eine hatte und auch noch nie entfernt hatte, wartete ich einige Stunden, bis meine Schwiegermutter frei hatte und mir die Zecke ziehen konnte. Unwissend über das, was folgte, machte ich in dieser Zeit ein Pflaster über die Zecke, um zu verhindern, dass ich sie aus Versehen abreiße oder drankomme. Nachdem die Zecke gezogen war, war für mich das Thema erledigt.

Zu den ersten Symptomen nach dem Zeckenstich gehörten Blasenentzündungen, Herzrasen und Panikattacken

Im Oktober 2020 kamen eigentlich schon die ersten Symptome. Ich bekam ständig Blasenentzündungen, die trotz Antibiotika kaum wegzubekommen waren. Weiter ging es dann im Dezember 2020, kurz nach der Geburt meiner Tochter. Mir war plötzlich sehr oft schwindelig. Dazu kam immer mal wieder ein Piepen auf meinem Ohr. Ich habe mir immer noch nichts dabei gedacht. Schließlich hatte ich ja auch etwas Schlafmangel und mit 2 Kindern auch etwas Stress.

Anfang Januar 2021 bekam ich plötzlich eine Hornhautentzündung im linken Auge. Dafür bekam ich dann wieder Antibiotika. Ein paar Tage später folgte der große Zusammenbruch. Von jetzt auf gleich wurde mir so schwindelig, dass ich nicht mehr wusste, wo links und rechts ist. Es piepte in meinem Ohr, Hitze ging durch meinem ganzen Körper, mein Herz raste. Ich dachte, ich werde jeden Moment ohnmächtig. Fürchterliche Panik überkam mich. Ich hatte Angst zu sterben. Mein Zustand wurde nicht besser, also fuhren wir ins Krankenhaus. Dort kam der erste Dämpfer. Nachdem man mich nach meinen Symptomen und meiner Lebenssituation befragte hatte, war die Diagnose Panikattacke durch Stress. Schließlich hatte ich vor kurzem erst ein Kind bekommen.

Statt Borreliose wurde eine Depression diagnostiziert

Die Panikattacken häuften sich auch an den nächsten Tagen weiter. Ich ging zu meinem Hausarzt. Leider war für ihn die Diagnose ganz klar. Depressive Episode nach Schwangerschaft. Ich fühlte genau, dass etwas mit meinem Körper nicht stimmt, aber leider hat mir keiner geglaubt.

Einen Abend brach ich bei einem Abendessen bei meinen Eltern zusammen. Meine Mutter rief den Krankenwagen, der mich zur Kontrolle ins Krankenhaus brachte. Dort erzählte ich von der Zecke, da wir in der Familie schonmal einen Fall von Borreliose hatten. Aber ein Zusammenhang meiner Symptome mit der Zecke und einer eventuellen Borreliose wurde von dem Arzt verneint. Er meinte, das könne nicht sein und es wäre viel zu aufwändig, das zu testen. Ich hätte wohl einfach wieder eine Panikattacke bekommen wegen zu viel Stress. Ich solle mir einen Psychologen suchen und zum Neurologen gehen.

Der Neurologe untersuchte mich nicht wirklich, bis auf ein MRT vom Kopf (ohne Befund). Auch für ihn war die Diagnose, welche ja auch auf der Überweisung stand: Depression. Er gab mir Antidepressiva und sagte, damit würde alles wieder gut werden. Da ich es nicht besser wusste, fand ich mich irgendwann mit dieser Diagnose ab, nahm die Antidepressiva und versuchte irgendwie weiterzuleben. Leider war ab diesem Moment nichts mehr wie vorher.

Die Angst zu sterben, die ganzen Symptome (Herzrasen, Beklemmungen, Schwindel, Herzstolpern, Panikattacken, furchtbare Wadenschmerzen in der linken Wade, Watte im Kopf, Tinnitus und noch viele mehr) blieben und kamen immer und immer wieder. Ich konnte nicht mehr allein sein, immer war einer bei mir, meist meine Oma, wofür ich ihr immer noch sehr dankbar bin. Mein Mann musste leider arbeiten gehen. Er hat sich nach der Arbeit um Haushalt und beide Kinder gekümmert. Auch ihm bin ich dankbar, dass er mich nie alleine gelassen hat, auch wenn es sehr schwer war.

Erst zwei Jahre später wurde ein Borreliosetest gemacht, der positiv ausfiel

Die Zeit verging mit Höhen und Tiefen. Im September 2022 kam mein letzter schlimmer Zusammenbruch. Ich wachte mitten in der Nacht schweißgebadet, mit einem Brennen am ganzen Körper auf. Ich war mir sicher, dass ich jetzt einen Herzinfarkt bekomme und sterben muss. Ich hatte furchtbare Schmerzen im linken Arm. Das hatte ich immer mal wieder, aber diesmal war es wirklich schlimm. Daraufhin ging ich mit meiner Mutter zu einem Ostheopathen, der mir versicherte, dass meine Symptome von einer Blockade kommen und ich total verspannt bin. Ich versuchte ihm zu glauben. Nach vielen weiteren Besuchen bei ihm, machte er mich irgendwann auf Borreliose aufmerksam, da er selbst früher auch mal von einer Borreliose ähnliche Symptome hatte.

Meine Hausärztin musste ich mit Hilfe meines Mannes zu dem Borreliosetest überreden. Sie sagt, es werde keine Borreliose sein, es wären dann nur Gelenkschmerzen, die ich davon hätte. Außerdem sei der Zeckenstich ja schon über 2 Jahre her. Ich solle nicht zu viel hoffen, dass es Borreliose ist. Das war im Januar 2023.

Nach einer Woche waren wir wieder zur Besprechung bei der Ärztin. Das erste, was sie sagte war: „Frau Forster, ich muss mich bei Ihnen entschuldigen, Ihr Test auf Borreliose war tatsächlich positiv.“ Sie verschrieb mir allerdings nur für 3 Wochen ein Antibiotikum und war der Meinung, dass ich dann wieder geheilt wäre.

Da ich mich belesen habe zu Borreliose, wusste ich, dass das nicht ausreicht und suchte mir eine Spezialistin in meiner Nähe. Bei ihr bin ich seit Februar 2023 in Behandlung und nehme zurzeit Minocyclin; erstmal bis Ende Mai und dann wird nach einem weiteren Test und meinen Symptome geschaut, wie die Behandlung weitergeht.

Mir geht es mittlerweile etwas besser, wenn es auch mal Tage gibt, die nicht so gut sind. Das könnte allerdings auch an der Herxheimer Reaktion durch das Antibiotikum liegen. Meine Panikattacken sind so gut wie weg. Manchmal überkommt mich noch etwas Angst, aber das habe ich mittlerweile ganz gut im Griff. Die dauerhaften Schmerzen in meiner linken Wade sind seit 2 Wochen auch endlich komplett weg. Der Schwindel, Nackenschmerzen und Brustbeklemmungen überkommen mich immer mal wieder, aber alles in allem kann ich wieder ganz gut leben und sogar wieder schöne Momente genießen, ohne dass es mir schlecht geht. Ich merke, dass ich den richtigen Weg gehe und irgendwann alles wieder gut wird. Davon bin ich überzeugt.

Ich rate allen, die vielleicht ähnliches durchmachen, nicht aufzugeben und euch schon gar nicht in die Psychoecke drängen zu lassen. Das wird nämlich leider immer viel zu schnell gemacht…

Ich danke meiner ganzen Familie, meinen Eltern, Großeltern, Schwiegermutter, meinem Schwager und meiner besten Freundin, dass sie die ganze Zeit für mich da waren und mich nicht alleine gelassen haben. Besonders möchte ich meinem Mann danken, der immer an meiner Seite war.“

Daniela Forster

(Foto: Daniela Forster)