Babesiose: Wenn die Zecke mehr als nur Borrelien überträgt

Darstellung von Babesiose im Blut und eine Zecke

Ein Zeckenstich ist oft der Anfang einer langen Odyssee. Betroffene, die sich an den Zeckenstich erinnern und sich danach krank fühlen, denken in der Regel sofort Borreliose – doch was, wenn die Therapie nicht anschlägt oder die Symptome einfach nicht passen?

Als Spezialisten im Deutschen Chroniker Labor wissen wir: Zecken sind kleine „Wundertüten“ der Infektionskrankheiten. Sie können nicht nur Borreliose oder FSME übertragen, sondern auch eine Reihe von Co-Infektionen. Eine der häufigsten und oft übersehenen Begleiterkrankungen ist die Babesiose.

Was sind Babesien eigentlich?

Babesien sind keine Bakterien wie die Borrelien, sondern mikroskopisch kleine Parasiten (Einzeller). Sie verhalten sich im Körper ganz ähnlich wie die Erreger der Malaria: Sie dringen in die roten Blutkörperchen ein und zerstören diese mit der Zeit. Deshalb wird die Babesiose oft auch als die „Malaria des Nordens“ bezeichnet.

In Deutschland und Europa wird vor allem die Art Babesia divergens durch den Gemeinen Holzbock (die häufigste Zeckenart bei uns) übertragen.

Warum die Babesiose so tückisch ist

Das Problem bei Babesien ist die „Doppelbelastung“. Werden sie zusammen mit Borrelien übertragen, verstärken sich die Symptome gegenseitig. Eine Borreliose-Behandlung allein reicht dann oft nicht aus, da die Medikamente gegen Bakterien (Antibiotika) meist nicht gegen die Parasiten im Blut wirken.

Typische Symptome: Darauf sollten Sie achten

Während eine Borreliose oft Gelenkschmerzen oder Nervenprobleme verursacht, zeigt sich eine Babesiose eher durch:

  • Extreme Erschöpfung: Ein Gefühl völliger Energielosigkeit.
  • Wiederkehrendes Fieber und Schüttelfrost: Oft wellenförmig auftretend.
  • Starke Nachtschweiß-Attacken: Patienten müssen nachts oft die Kleidung wechseln.
  • Kurzatmigkeit: Das Gefühl, nicht tief genug einatmen zu können (auch „Lufthunger“ genannt), da die roten Blutkörperchen weniger Sauerstoff transportieren können.
  • Kopf- und Muskelschmerzen: Oft dumpf und anhaltend.

Diagnose: Den Parasiten auf der Spur

Da die Symptome sehr unspezifisch sein können, ist eine Labordiagnose unerlässlich. Wir im Deutschen Chroniker Labor nutzen spezialisierte Verfahren, um den Erregern auf die Schliche zu kommen. Wenn Sie nach einem Zeckenbiss trotz Behandlung weiterhin unter Fieberschüben, Nachtschweiß oder extremer Atemnot leiden, sollte eine Babesiose abgeklärt werden. Eine frühzeitige Diagnose ist der Schlüssel, um chronische Verläufe zu verhindern und Ihre Lebensqualität zurückzugewinnen.