Antiparasitika, Berstein & Co.: Wie schütze ich meinen Hund vor Zecken?

Wer Hunde hat, kennt das Problem. Sie stöbern gerne herum, wälzen sich im Gras und fangen sich dabei regelmäßig Zecken ein. Was nicht jeder weiß: Zeckenstiche können auch bei Hunden zu ernsthaften Gesundheitsproblem führen.

Durch einen Zeckenstich können viele Krankheiten übertragen werden, zum Beispiel die Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME), Anaplasmose oder Babesiose. Am häufigsten verbreitet ist jedoch die Borreliose. Sie kann unter anderem dazu führen, dass der Hund lahmt und schwerfällig wirkt, Fieber bekommt oder an Appetitlosigkeit leidet.

 Wie kann man Hunde vor einer Infektion durch Zecken schützen?

Zunächst sollte der Vierbeiner regelmäßig auf Zecken untersucht werden. Meist lassen sie sich im Bereich des Kopfes, an den Schultern oder im Bereich des Nackens und der Brust nieder. Da die Spinnentierchen anfangs winzig klein sind, werden sie im dichten Fell des Hundes schnell übersehen und häufig erst entdeckt, wenn sie sich bereits mit Blut vollgesaugt haben. Je länger die Zecke am Tier verbleibt, desto größer wird das Infektionsrisiko.

Zeckenschutzmittel und -halsbänder

Häufig wird deshalb auf Zeckenschutzmittel zurückgegriffen. Dazu gehören sogenannte Spont-on-Präparate, die im Nackenbereich des Tieres aufgetragen werden, oder Halsbänder mit Antiparasitika. Beide enthalten chemische Substanzen, die eine Übertragung von gefährlichen Erregern verhindern sollen, indem sie die Zecke abtöten, nachdem diese gestochen und mit dem Blutsaugen begonnen hat. Um ihre Wirkung effektiv entfalten zu können, müssen sie jedoch regelmäßig und ausreichend angewendet werden.

Bernsteinketten als Zeckenschutz für den VierbeinerBernsteinhalsband fuer Hunde Foto 123rf.com Audrius Merfeldas

Weniger bekannt ist die Verwendung von Bernstein-Halsbändern für Hunde. Sie werden vor allem von jenen Hundebesitzern verwendet, die auf einen natürlichen Schutz für ihren Vierbeiner setzen. Die
Bernsteinketten aus unpoliertem Bernstein sollen durch Reibung zwischen Fell und Bernstein Terpene freisetzen, die Parasiten abschrecken. Terpene gehören zu den Kohlenstoff-Wasserstoffverbindungen, die sowohl in Arzneistoffen als auch in Kosmetika und Insektiziden zum Einsatz kommen. Ob die Bernsteinketten effektiv vor Zecken schützen, ist, genau wie die Verwendung von Kokosöl, umstritten. Doch immer mehr Hundebesitzer probieren diese natürliche Form des Zeckenschutzes.

Borreliose-Impfung für Hunde

Eine weitere Möglichkeit ist die Zecken- beziehungsweise Borreliose-Impfung. Anders als bei Menschen, für die es lediglich eine Impfung gegen FSME gibt, ist bei Hunden eine Impfung gegen Borreliose möglich. Allerdings verhindert diese nur die Übertragung der Borrelien, nicht aber die Übertragung anderer Krankheiten oder gar den Zeckenstich selbst. Auch die Wirkung der Impfung ist strittig. Kritisiert wird, dass die Impfung den Hund nicht gegen alle verbreiteten Arten von Borreliose-Erregern schützt und die Gefahr einer Erkrankung weiterhin besteht.

Welche Methode zum Schutz vor Zecken die richtige ist, sollten Hundebesitzer individuell entscheiden, da jedes Tier anders reagieren kann. Empfehlenswert ist, zusätzlich zu der verwendeten Methode das Tier regelmäßig auf Zecken zu untersuchen, um die Wirksamkeit des Anti-Zecken-Mittels zu überprüfen. Sollte sich dennoch Zecken an dem Tier festgesaugt haben, müssen diese möglichst sanft mit einer Zeckenzange, - Karte oder dem sogenannten „Nymphia“ entfernt werden.

Auch wichtig: nicht nur für das Tier können durch Zecken übertragene Viren zu ernsthaften Krankheiten führen. Auch Hundebesitzer selbst sollten sich regelmäßig auf Zecken kontrollieren, da sich diese beim Spaziergang in der Natur oder beim Kuscheln mit dem Vierbeiner auch auf Herrchen und Frauchen niederlassen können.

 

Foto Hund mit Zecke: Volodymyr Tverdokhlib/123rf.com
Foto Bernsteinhalsband: Audrius Merfeldas/123rf.com

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