Informationen zum serologischen Nachweis einer Borrelien-Infektion im DCL

Dr. Gerhard Czech-Schmidt informiert über den serologischen Nachweis einer Borrelien Infektion im DCL.

"Der eindeutige Nachweis einer Infektion kann nur durch den direkten Erregernachweis (z.B. PCR, Mikroskopie oder Kultur) erbracht werden.  Diese Methoden sind jedoch aufgrund der geringen Sensitivität für die Routinediagnostik von Borrelien-Infektionen nicht geeignet. Hier kommt dem indirekten Nachweis einer Infektion durch den serologischen Nachweis von Antikörpern mittels eines ELISAs, IFTs und IBs oder WBs eine besondere Bedeutung zu.

Eine Lyme-Borreliose kann durch unterschiedliche Borrelien-Genospezies ausgelöst werden. Dabei unterliegen die von den Borrelien präsentierten Antigene, gegen die Antikörper gebildet werden, einer starken Variabilität. Erfolgt der serologische Routinenachweis mit Testsystemen, die nur eine Auswahl an spezifischen Antigenen führen, und aufgrund der Annahme, dass die gegen Borrelien gebildeten Antikörper zwischen den unterschiedlichen Borrelien kreuzreagieren, sind falsch negative Ergebnisse zu erwarten. Ein falsch negativer Laborbefund kann dazu führen, dass ein begründeter klinischer Verdacht verworfen wird und die tatsächliche Ursache der klinischen Symptome nicht behandelt wird.

Ein positiver serologischer Laborwert deutet auf eine stattgefundene Infektion hin. Diese Infektion kann jedoch asymptomatisch verlaufen, so dass in solchen Fällen ein Krankheitsbild nicht vorliegt und dementsprechend eine Behandlungsbedürftigkeit nicht besteht. Somit sollte eine serologische Untersuchung nur anhand des klinischen Verdachts vom behandelnden Arzt empfohlen werden."

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